Steckbriefe

Hier werden Steckbriefe der häufigsten Tiergruppen im Projekt vorgestellt. Helfen Sie mit! Wenn Sie zusätzliche Informationen zu den Tieren oder Fotos haben, schicken Sie diese gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Steckbriefe sollen ständig erweitert werden.

Das korrekte Erkennen von überfahrenen Tierarten ist oftmals eine richtige Herausforderung. Manchmal sind nur noch Reste vom Tier erhalten oder das Tier ist bereits so zerstört, dass eine richtige Identifizierung der Art kaum mehr möglich ist.

Eine Hilfe dabei sind unsere Steckbriefe zu den häufigsten gemeldeten Tierarten.

Doch nicht nur eine Verwechslung von Tierarten geschieht häufig im Projekt Roadkill, sondern auch die Verwechslung von überfahrenen Tieren mit Gegenständen und umgekehrt. So ist es auch uns schon passiert, dass sich eine Schlange auf der Straße plötzlich als ein Stück Schlauch herausgestellt hat, oder wir stehen geblieben sind um ein Säugetier zu melden, nur um festzustellen, dass es doch nur ein verloren gegangener brauner Wollpullover war.

Auf dieser Seite möchten wir die häufigsten Verwechslungen von überfahrenen Tieren und Gegenständen sammeln um unser aller Auge noch weiter für Roadkills zu schärfen.

Wenn auch euch schon Gegenstände vor die Kameralinse gekommen sind, die überfahrenen Tieren aus der Ferne zum Verwechseln ähnlichgesehen haben, dann schickt uns bitte Fotos davon an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Igel vs. Mist

Aus der Ferne betrachtet sieht man nicht klar genug, ob es sich um ein Tier handelt. Doch kommt man näher sieht man klar, dass die vermeintlichen Stacheln des Igel nur das Stroh im Mist waren.

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Froschlurch vs. Fallobst

Auch hier ist aus der Ferne kaum zu erkennen worum es sich handelt. Überfahrene Froschlurche wie Erdkröte oder Wechselkröte sind oft stark zerstört oder bereits ausgetrocknet und schwer zu bestimmen. Eine Verwechslung im Herbst mit Fallobst wie hier einem Apfel ist daher aus der Ferne nicht auszuschließen und kann nur bei näherer Betrachtung vermieden werden.

Ein weiteres Beispiel in der Fotogallerie ist die Verwechslungsmöglichkeit von einer vertrockneten Bananenschale bei Regenwetter mit einem Froschlurch. Vielen Dank an unsere Teilnehmerin DiDoDa für diesen Hinweis und die Fotos.

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Schlange vs. Schlauch

Ist man mit dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs, kann man einen Schlauch oder gebogenen Ast auf der Fahrbahn kaum von einer Schlange unterscheiden. Kommt man jedoch näher, sieht man schnell, ob es sich um eines dieser geschützten Tiere handelt oder doch nur um ein verlorenes Stück Schlauch oder einen abgefallenen Ast. Handelt es sich um einen Schlauch, wären wir euch dankbar diesen mit zu nehmen und fachgerecht zu entsorgen um Müll in der Natur zu vermeiden.

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Kleinsäuger vs. Zapfen

Ein weiteres Beispiel stammt von unserer Teilnehmerin DiDoDa, welche diese interessante Verwechslung von einem Zapfen mit einem Kleinsäuger beobachtet hat. Aus der Ferne betrachtet, kann es hier durchaus zu einer Verwechslung kommen, da die braune Farbe und die Größe auf einen Kleinsäuger hindeuten kann.

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Krähe vs. Kunststoffe

Müll neben Fahrbahnen ist aus dem fahrenden Auto oft kaum von überfahrenen Tieren zu unterscheiden. Auf den Fotos sieht zum Beispiel das schwarze Kunststoff-Vlies oder die Platsikfolie aus der Ferne wirklich wie eine Krähe aus. Das erste eindrucksvolle Beispiel stammt von unserer Teilnehmerin DiDoDa, das zweite von Mamabird. Handelt es sich wirklich um Kunststoffe, wären wir euch dankbar diese mit zu nehmen und fachgerecht zu entsorgen um Müll in der Natur zu vermeiden.

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Amsel vs. Schmutz (Kot)

Diese etwas außergewöhnliche Verwechslungsmöglichkeit wurde uns von unserer Teilnehmerin Mamabird zugesandt. Hier scheinen aus der Ferne Amseln neben dem Bürgersteig zu liegen, kommt man jedoch näher sieht man, dass es sich um von Traktorreifen abgefallenen Kot (in diesem Fall Marschenbodenstücke im Reifenprofil) handelt.

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Vogel vs. Handschuh

Wirklich zum Verwechseln ähnlich sehen sich auf diesen Fotos ein alter Arbeitshandschuh aus Leder und eine Taube. Unsere Teilnehmerin DiDoDa ist mit dem Auto stehen geblieben um eine vermeintliche Taube in die Datenbank einzutragen, nur um dann einen alten Handschuh auf der Straße vorzufinden.

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Froschlurch vs. Raupe

Auch diese Verwechslungen passieren immer wieder: größere wirbellose Tiere sehen aus der Ferne wie Wirbeltiere aus. In diesem Fall wurde uns die Verwechslung eines Froschlurchs mit der Raupe eines (vermutlich) Labkraut-Schwärmers von unserer Teilnehmerin DiDoDa gemeldet.

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Säugetier > Marder > Dachs

Dachse sind durch ihre charakteristische Fellzeichnung relativ einfach zu erkennen. Dachse besitzen einen schwarz-weiß gezeichneten Kopf. Von den Mundwinkeln ziehen sich die schwarzen Streifen zunächst gerade nach oben und dann beiderseits der Schnauze nach hinten. Diese Streifen verbreitern sich über den Augen und die weiß gerandeten Ohren bis in den Nacken, wo sie heller werden und in das silbrige Grau der Oberseite und der Flanken verlaufen.

Wie erkenne ich einen getöten Dachs auf der Straße?

Zusätzlich sind Dachse an der rüsselartigen Schnauze und den kräftigen Grabpfoten zu erkennen. Die Vorderpfoten besitzen zudem lange abwärtsgebogene Krallen.

Zu Verwechslungen mit anderen Tierarten kann es eigentlich kaum kommen.

Weiterführende Literatur

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Dachs

Beispielbilder

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Säugetier > Ziesel

Europäische Ziesel leben in Kolonien und sind tagaktiv. Die Eingänge zu den Zieselbauen sind 5-7 cm große, kreisrunde bis ovale Löcher. Die Ziesel verlassen vor allem in den späteren Vormittags- und Nachmittagsstunden die Höhlen- und Bausysteme, um auf Nahrungssuche zu gehen. Bei Regen bleiben die Tiere generell in den Bauen. Auch zu sehr heißen Tageszeiten sind sie kaum an der Oberfläche zu sehen.
 
Die Nahrung besteht vor allem aus grünen Pflanzenteilen, Blüten und Samen, je nach Angebot ergänzen sie ihren Speiseplan mit Wurzeln, Knollen und Zwiebeln. Daneben werden auch kleinere wirbellose Tiere, vor allem Käfer und Raupen, nicht verschmäht.

Wie erkenne ich ein überfahrenes Ziesel?

Die meisten Ziesel sind oberseits braun oder grau und unterseits weiß gefärbt. Der Schwanz ist relativ kurz, ebenso die Beine. Der Kopf hat eine typische Hörnchenform und oft kann man noch die großen Schneidezähne erkennen. Auch die Umgebung, in der das überfahrene Tier entdeckt wird, kann einen Hinweis geben. Der Lebensraum der Ziesel sind alle Arten offener Habitate, also Steppen, Halbwüsten, Tundren, Felsenland und karge Bergketten. Waldränder und buschbestandenes Land werden ebenfalls akzeptiert, in dichten Wäldern fehlen Ziesel aber. Verwechslungsgefahr besteht nur mit Feldhamstern, die meistens aber durch deren typische Fellzeichnung (gelbbraune Oberseite, dunkle Unterseite, mehrere weiße Flecken auf der Wange vor und hinter den Vorderbeinen) leicht von Zieseln zu unterscheiden sind. Liegt der Kadaver bereits längere Zeit und ist das Fell ausgebleicht, so kann man ein Ziesel durch den kurzen, im Vergleich zum Feldhamster relativ buschigen Schwanz unterscheiden.

 Weiterführende Literatur:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ziesel

https://www.noe-naturschutzbund.at/ziesel/articles/ueber-das-ziesel.html

 Beispielbilder

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Säugetier > Fuchs

Mit "Fuchs" wird im deutschen Sprachraum meist der Rotfuchs gemeint, da er der einzige Verteter der Füchse in Mitteleuropa ist. Füchse gehören zur Familie der Hunde und sind deshalb als Roadkill oft schwer von Hunden zu unterscheiden.

Füchse sind anpassungsfähig und flexibel. Das kommt nicht nur durch ihr breites Nahrungsspektrum zum Ausdruck, es spiegelt sich auch in ihrem Sozialsystem wider. Füchse können paarweise zusammenleben, ein Rüde kann aber auch mit mehreren Weibchen eine kleine Gruppe bilden. Da Füchse einen kleinen Magen haben, können sie nicht viel auf einmal fressen. Sie verstecken daher Beute und legen so Nahrungsdepots an, die sie in schlechten Zeiten nutzen.

Wie erkenne ich einen getöteten Fuchs auf der Straße?

Füchse gehören zur Familie der Hunde und sind deshalb als Roadkill oft schwer von Hunden zu unterscheiden. Im deutschen Sprachraum werden jedoch sehr selten Hunde überfahren, wobei es relativ oft zu Unfällen mit Füchsen kommt. Ein Fuchs besitzt an der Oberseite ein rotes und an der Unterseite ein weißes Fell. Wobei der Farbton je nach Verbreitungsgebiet sehr variabel ist. Die unteren Teile der Beine sowie die Hinterseiten der Ohren sind schwarz gefärbt. Auch wenn der Unfall schon längere Zeit vergangen ist, bleibt meist der buschige Schwanz erhalten.

Weitere Informationen:

http://www.jagd-stmk.at/wildtiere/rotfuchs/

Beispielbilder

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Säugetier > Kleinsäuger > Hamster

Hier verstehen wir unter Hamster den Feldhamster. Der Feldhamster ist ein klassischer Kulturfolger. Sein ursprünglicher Lebensraum, kleinstrukturierte Felder mit Ackerrainen werden immer weniger, und so ist der Hamster nun auch in der Stadt anzutreffen. Als Nahrung bevorzugt der Feldhamster grüne Pflanzenteile, Beeren und Früchte. Aber auch Insekten, Kleinsäuger und Würmer stehen auf seinem Speiseplan. Hamster graben Höhlen, in denen sie einen Großteil ihrer Tage verbringen.

Wie erkenne ich einen überfahrenen Feldhamster?

Feldhamster sind an der typischen Fellfärbung meist relativ leicht zu erkennen. Meist haben sie eine gelbbraune Oberseite und eine dunkle, fast schwarze Unterseite. An den Flanken befinden sich mehrere weiße Flecken, auf der Wange, vor und hinter den Vorderbeinen. Die Region um die Schnauze und um die Augen ist rötlichbraun gefärbt, die Füße und die Nasenspitze sind wiederum weiß. Sie haben gut entwickelte Backentaschen, die Füße sind breit und mit gut entwickelten Krallen versehen. Sie besitzen einen 4-6cm langen, beinahe haarlosen Schwanz.
Am ehesten können sie noch mit dem Ziesel verwechselt werden. Sollte die Fellfärbung hier keine Hilfe sein, dann dient der im Vergleich zum Feldhamster buschige Schwanz des Ziesels als einfaches Unterscheidungsmerkmal.

Weitere Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Feldhamster

http://stadtwildtiere.at/tiere/europ%C3%A4ischer-feldhamster

 Beispielbilder

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Amphibie > Froschlurch > Wechselkröte

Wechselkröten werden sehr oft in unserem Projekt gemeldet. Einerseits wandern Wechselkröten gerne und andererseits sind sie durch ihre gefleckte Haut relativ einfach zu erkennen. In Österreich kommt die Wechselkröte aber hauptsächlich in Wien, Niederösterreich und im Burgenland vor.

Wie erkenne ich eine getötete Wechselkröte auf der Straße?

Froschlurche allgemein:
Froschlurche kommen auf zwei Arten im Straßenverkehr ums Leben. Einerseits werden sie direkt von einem Reifen erfasst und überrollt, andererseits werden sie durch den Unterdruck unter dem Auto getötet. Ein Ausweichmanöver in dem man den Froschlurch zwischen die Reifen nimmt ist meist nicht sinnvoll, da schon Geschwindigkeiten über 30 km/h zum Tod der Froschlurche führen können.

Aus diesem Grund findet man auf der Straße meist nicht platte Froschlurche, sondern regelrechte geplatzte. Manchmal sitzen Froschlurche komplett bewegungslos auf der Straße, diese sind oft nicht tot, sondern springen weg sobald man sie berührt. Bitte keine lebenden Tiere in die Datenbank eintragen.

Froschlurche erkennt man folgendermaßen:

  • Nackte Haut (kein Fell oder Federn sichtbar)
  • keine Schuppen erkennbar
  • Kein Schwanz

Sind diese drei Kriterien erfüllt, kann man in die Datenbank einen Froschlurch eintragen.

Wechselkröte im Speziellen:
Wechselkröten sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Die Körperoberseite ist hell mit grünlichen Flecken, diese bleiben meist auch bei ausgetrockneten Kadavern sichtbar.

Wie kommt es zu getöteten Froschlurchen auf der Straße?

Im Frühling beginnt für viele Amphibien die Zeit der Wanderung. Sie verlassen ihr Winterquartier und beginnen die oft schwierige Reise zu ihren Laichgewässern. Doch warum wandern diese Tiere überhaupt?

In der Evolution stellen Amphibien den Übergang von wasserbewohnenden Lebewesen zu landbewohnenden Lebewesen dar. Sie können sich frei am Land bewegen, sind aber für ihre Fortpflanzung an stehende bis langsam fließende Gewässer (ausgenommen der Alpensalamander) gebunden. Amphibien kommen generell wieder an die Gewässer zurück, wo sie auch als Larve gelebt haben. An diesen Gewässern treffen sich Männchen und Weibchen für die Paarung und die Laichablage. Als Laich werden die “Eier” der Amphibien bezeichnet. Nach erfolgreichem Ablaichen, halten sich die meisten Amphibien an Land auf, um hier auf Nahrungssuche zu gehen. Fällt die Temperatur im Herbst unter eine für jede Art spezifische Grenze, ziehen sich die Amphibien wieder in ihre Winterquartiere zurück, graben sich ein, oder verstecken sich unter Totholz oder Steinen.

Weiterführende Literatur

Wechselkröten auf herpetofauna.at

Beispielbilder

 

Reptil > Schlange > Ringelnatter

Die Ringelnatter ist am einfachsten durch die halbmondförmigen, gelblich-weiß bis orangen Flecken am Hinterkopf zu erkennen. Die Ringelnatter gehört sicher zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Schlangen in Österreich und wird auch im Projekt Roadkill sehr häufig gemeldet.

Wie erkenne ich eine getötete Ringelnatter auf der Straße?

Schlangen generell:
Schlangen sehen aus der Ferne wie ein Schlauch oder Ast aus, der auf der Straße liegt. Erst wenn man nah dran ist, merkt man, dass es sich um ein Tier handelt. Schlangen besitzen einen länglichen Körper, Gliedmaßen sind nicht zu erkennen. Oft merkt man ihnen die Verletzung nicht an und die Tiere sehen aus als würden sie noch leben. Dies liegt daran, dass sie beim Überfahren zwar starke innere Verletzungen erleiden, aber äußerlich oft völlig intakt bleiben. Schlangen können in Österreich eigentlich nur mit Blindschleichen verwechselt werden. Diese sind von Schlangen im überfahrenen Zustand eher schwer zu unterscheiden. Generelle Unterschiede zu Schlangen sind, dass Schlangen miteinander verwachsene, unbewegliche und durchsichtige Augenlider besitzen. Schlangen haben somit ihre Lider immer geschlossen. Blindschleichen haben dagegen bewegliche Augenlider. Sie machen sie zu und auf. Außerdem haben Blindschleichen im Gegensatz zu Schlangen Ohröffnungen.

Ringelnattern im speziellen:
Die Ringelnatter ist am einfachsten durch die halbmondförmigen, gelblich-weiß bis orangen Flecken am Hinterkopf zu erkennen. Der Kopf ist vom Rumpf deutlich abgesetzt. Die Pupillen sind rund.

Weiterführende Literatur

Ringelnatter auf herpetofauna.at

Beispielbilder

Säugetier > Marder > Steinmarder

Steinmarder gelten als typische Kulturfolger. Kommen also auch in Dörfern und Großstädten vor und halten sich daher oft in der Nähe von Straßen auf. Stein- und Baummarder sind meist schwierig voneinander zu unterscheiden, vor allem, wenn man das Tier nur kurz aus dem Fahrzeug erblicken kann.

Wie erkenne ich einen getöteten Steinmarder auf der Straße?

Unterschiede Steinmarder vs. Baummarder:

  • Nase ist fleischfarben, bei Baummarder dunkel
  • Kehlfleck ist weiß und unten tief gegabelt. Bei Baummarder ist der Kehlfleck gelb bis gelbrot und unten abgerundet (kein sicheres Erkennungsmerkmal).
  • Unterseite der Pfoten: beim Steinmarder sind die Ballen sichtbar. Beim Baummarder ist die Unterseite der Pfoten behaart (Ballen verdeckt).
  • Der Steinmarder gilt als typischer Kulturfolger. Kommt also auch in Dörfern und Großstädten vor.
  • Der Baummarder gilt als Kulturflüchter, bevorzugt große geschlossene Wälder.

Beispielbilder:

Säugetier > Marder > Baummarder

Baummarder gelten als Kulturflüchter und werden daher eher selten von Fahrzeugen erfasst. Baummarder bevorzugen dichte und großflächige Wälder. Baummarder sind von Steinmarder meist schwierig voneinander zu unterscheiden, vor allem, wenn man das Tier nur kurz aus dem Fahrzeug erblicken kann.

Wie erkenne ich einen getöteten Baummarder auf der Straße?

Unterschiede Baummarder vs. Steinmarder:

  • Nase ist dunkel, bei Steinmarder fleischfarben
  • Kehlfleck ist gelb bis gelbrot und unten abgerundet. Bei Steinmarder ist der Kehlfleck weiß und unten tief gegabelt (kein sicheres Erkennungsmerkmal).
  • Unterseite der Pfoten beim Baummarder behaart (Ballen verdeckt), beim Steinmarder sind Ballen sichtbar.
  • Der Baummarder gilt als Kulturflüchter, bevorzugt große geschlossene Wälder.
  • Der Steinmarder gilt als typischer Kulturfolger. Kommt also auch in Dörfern und Großstädten vor.

Beispielbilder:

Säugetier > Katze

Immer wieder werden im Projekt überfahrene Katzen gemeldet. Da es in Österreich ca. 1.5 Millionen Hauskatzen gibt, handelt es sich meist um freilaufende Hauskatzen und nur in Ausnahmefällen um Wildkatzen. Charakteristische Merkmale, die auch bei stark zerstörten Kadavern oft erkenntlich bleiben, sind Pfoten, Kopf und Fellfarbe.

Wie erkenne ich eine überfahrene Katze?

Katzen sind in der Regel sehr gut zu bestimmen. Charakteristische Merkmale, die auch bei stark zerstörten Kadavern oft erkenntlich bleiben, sind Pfoten, Kopf und Fellfarbe. Mit Ausnahme der Wildkatze gibt es in unseren Breiten keine Tiere mit denen Katzen leicht zu verwechseln wären.
Wildkatzen hingegen sind von grau-getigerten Hauskatzen nur schwer zu unterscheiden. Die wichtigsten Merkmale werden in untenstehender Grafik gezeigt. Sollten sie eine grau-getigerte Katze finden und den Verdacht haben, es könnte sich um eine Wildkatze handeln, bitten wir den Fund genau zu dokumentieren - unsere Partner vom Projekt Wildkatze sichten alle Einträge von Katzen um herauszufinden ob eventuell Wildkatzen betroffen waren.

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Wie kommt es zu getöten Wildkatzen auf den Straßen?

Wildkatzen haben deutlich größere Reviere, bei Weibchen sind diese zwischen 300 und 600 Hektar, bei Männchen zwischen 1000 und 3000 Hektar groß. Die Wildkatze bevorzugt als Lebensraum Grenzbereiche zwischen Wald und offener Landschaft - offene Landschaft gibt es in Österreich nahezu ausschließlich dort wo Landwirtschaft stattfindet. Eine Nähe zum Menschen und damit auch zu Straßen ist also auch im Lebensraum der Wildkatze vorhanden.

Weiterführende Literatur

Projekt Wildkatze

Beispielbilder

Säugetier > Feldhase

Feldhasen werden aufgrund ihrer Größe entweder an den Fahrbahnrand oder -mitte geschleudert und werden oft mehrmals überfahren.

Feldhasen sind ca. 50 cm lang. Die Fellfarbe ist variabel gelblich grau, ockerbraun oder braunrot mit gelben Schattierungen und schwarz gesprenkelt. Der Bauch ist cremeweiß. Die Ohren sind blassgrau und zeigen an der Spitze einen schwarzen, etwa dreieckigen Fleck. Der Schwanz ist auf der Oberseite schwarz, unterseits weiß. Im Winterfell sind die Kopfseiten einschließlich der Ohrbasis weißer und die Hüften mehr grau.

Wie erkenne ich einen getöteten Fedlhasen auf der Straße?

Feldhasen werden aufgrund ihrer Größe entweder an den Fahrbahnrand oder -mitte geschleudert und werden oft mehrmals überfahren. Als Erkennungsmerkmale dienen hier die Größe, die Fellfarbe, die Löffel (Ohren) und Hinterläufe (Hinterbeine). Die Löffel und die Hinterbeine bleiben auch meist bei oft überfahrenen oder länger liegenden Tieren erhalten und dienen so als gutes Erkennungsmerkmal.

Wie kommt es zu getöteten Feldhasen auf der Straße?

 Als Hauptgrund für die vielen im Straßenverkehr getöteten Feldhasen dient wohl die starke Zerschneidung ihres Lebensraums. In Niederösterreich und Burgenland führen Straßen oft entlang von Äckern und Brachen, dem Hauptlebensraum von Feldhasen. Feldhasen sind sehr aktiv, wechseln daher oft über Straßen und sind meist in der Dämmerung unterwegs. Der Feldhase ist ein sehr schnelles Tier, bei der Flucht kann er Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h erreichen. Wenn er versucht eine Straße zu überqueren, kann er so plötzlich vor einem Fahrzeug auftauchen, dass keine Zeit für ein Bremsmanöver bleibt. Zusätzlich versuchen Hasen ihre Verfolger durch Hakenschlagen zu entkommen, eine sehr erfolgreiche Strategie im Tierreich, doch im Straßenverkehr erweist sich diese als kontraproduktiv. Durch die Verzögerung des Hakenschlagens befindet sich der Feldhase so für einen Augenblick länger vor einem Auto oder LKW. Dieser Augenblick reicht oft aus um zu einer Kollision zu führen.

Weiterführende Literatur

http://de.wikipedia.org/wiki/Feldhase

http://www.deutschewildtierstiftung.de/uploads/media/wissen_feldhase_biologie.pdf

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Säugetier > Eichhörnchen

Eichhörnchen sind in ganz Österreich verbreitet und auch häufig zu beobachten. Der ursprüngliche Lebensraum der Eichhörnchen in unseren Breiten sind Laub- und Mischwälder. Als starke Kulturfolger sind sie aber auch in Gärten und Parks häufig zu finden. Durch ihre Nähe zum Menschen sind Eichhörnchen vermehrt viel befahrenen Straßen ausgesetzt, was die Anfälligkeit Roadkillopfer zu werden erhöht. 

Wie erkenne ich ein überfahrenes Eichhörnchen?

Auch bei sehr stark zerstörten Kadavern ist der buschige Schwanz des Eichhörnchens meist noch gut zu erkennen. Die charakteristischen Fellfarben (hellrot/rotbraun bis braunschwarz, Bauchfell immer deutlich abgegerenzt weiß oder cremefarben) sind ebenfalls ein gutes Merkmal, das auch bei überfahrenen Tieren weitgehend erhalten bleibt. Die für Eichhörnchen typischen Ohrpinsel können ebenfalls der Identifizierung dienen, sind aber nur Teil des Winterfells und fehlen in den Sommermonaten gänzlich.
Zur Verwechslung könnte es mit Bilchen (Siebenschläfer, Haselmaus) kommen. Bilche sind allerdings deutlich kleiner und haben weniger buschige Schwänze.

Wie kommt es zu getöteten Eichhörnchen auf der Straße?

Eichhörnchen sind flinke und schnelle Kletterer, auf dem Boden bewegen sie sich aber nur hüpfend fort, wodurch sie relativ langsam unterwegs sind. Der Aktionsraum von Eichhörnchen variiert je nach Verbreitungsort und kann bis zu etwa 50ha betragen, wobei Männchen in der Regel aktiver als Weibchen sind. Bevorzugt bewegen sich Eichhörnchen über Baumkronen weiter. Die StVO schreibt dem Straßenerhalter das Freihalten eines Lichtraumprofils vor, dadurch bzw. auch durch die Breite der Straße bedingt, gibt es oftmals keinen Baumkronen - Baumkronen Kontakt. Eichhörnchen haben also keine Möglichkeit eine "Brücke" zu nutzen, sondern sind auf den Weg am Boden angewiesen. Abhilfe könnten sogenannte "Eichhörnchenseile", die von Baum zu Baum quer über die Straße gespannt sind, bieten.

Weiterführende Literatur

Eichhörnchen auf Wikipedia

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Säugetier > Igel

Igel sind eindeutig an ihren Stacheln zu erkennen. Die Lebensräume der Stacheligel sind vielfältig und daher sind Igel in ganz Österreich verbreitet: Sie leben in unterholzreichen, lichten Laub- und Mischwäldern, aber auch im Grasland und in Kulturlandschaften, wie z.B. Gärten. Im Stadtgebiet sind sie vorrangig am Stadtrand anzutreffen.

Wie erkenne ich einen getöteten Igel auf der Straße?

Igel sind eindeutig an ihren Stacheln zu erkennen. Auch wenn das Tier schon länger auf der Straße liegt, ausgetrocknet ist und schon oft überfahren wurde, sind die Stacheln noch klar zu sehen.

Wie kommt es zu getöteten Igeln auf der Straße?

Im späten Frühling verlassen auch die Igel ihr Winterquartier. Männchen verlassen das Winterquartier ca. 3-4 Wochen vor den Weibchen und begeben sich auf die Suche nach Futter und später nach Paarungspartnerinnen. Die Paarungszeit beginnt im späten Frühling (April/Mai) und endet im September. Igel sind grundsätzlich Einzelgänger, nur zur Begattung und bei der Jungenaufzucht sind sie in Gesellschaft zu beobachten. Im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren, verteidigen Igel keine Reviergrenzen. In Abhängigkeit von Futterangebot und potentiellen Paarungspartnern bewegen sich Igel mehr oder weniger weit fort. Um genügend Nahrung zu finden, benötigen Igel eine Fläche von bis zu 40 ha. Wenn ein hohes Nahrungsangebot herrscht, wie in Gärten oder Ackerflächen, kann die Fläche auch auf 5 ha sinken – grundsätzlich benötigen Männchen ungefähr doppelt so viel Fläche wie Weibchen.
Bei diesem Flächenbedarf verwundert es nicht, dass Igel häufig eine Straße überqueren müssen. Da Igel bekanntlich nicht zu den schnellsten Tieren zählen (sie bewegen sich mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 2m/min.) brauchen sie sehr lang um eine Straße zu überqueren. Weiters besitzen sie keinen Fluchtreflex; im Gegenteil, droht Gefahr rollen sich Igel ein und schützen sich durch ihre Stacheln. Diese sonst sehr erfolgreiche Verteidigungsstrategie ist gegen Autos leider wirkungslos, wenn nicht sogar kontraproduktiv und spiegelt sich in den Zahlen auf unserer Karte wider. 

Weiterführende Literatur

http://de.wikipedia.org/wiki/Igel

Beispielbilder

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Hier gibt es zusätzlich eine Anleitung für die Roadkill App als PDF Download, in der du eine Übersicht über die wichtigsten Features findest:

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