Von 19. bis 21. April 2017 fand in Wien das 10. jährliche Treffen der Expertengruppe für Makroökologie der Gesellschaft für Ökologie von Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Der Titel der diesjährigen Konferenz war "Macroecology in Space and Time". Organisiert durch Vertreter*innen der Universität Wien, war der Fokus dieses Jahr sehr breit und reichte von Naturschutzbiologie über Evolution bis hin zu globalem Wandel. Wir nutzten die Nähe zu diesem Konferenzort und präsentierten ein Poster zum Projekt und den bisherigen Ergebnissen:

Am 27. Juni 2017 wurde der dritte Fachartikel aus unserem Citizen Science Projekt im Journal BMC Ecology für alle frei zugänglich (open access) veröffentlicht. Der Artikel mit dem Title "Amphibian and reptile road-kills on tertiary roads in relation to landscape structure: using a citizen science approach with open-access land cover data" wurde von Florian Heigl, Kathrin Horvath, Gregor Laaha und Johann G. Zaller verfasst.
In wenigen Sätzen zusammengefasst, hat uns diese Studie gezeigt, dass es möglich ist mit einem Citizen Science Ansatz in Kombination mit frei zugänglichen Landbdeckungsdaten gefährliche Stellen für Amphibien und Reptilien zu identifizieren. Diese sind vor allem dort, wo diese Tiere ihren Lebensraum haben. Dies liest sich auf den ersten Blick trivial, ist aber sehr wichtig für zukünftige Citizen Science Studien. Wo bisher aufwändige Kartierungen notwendig waren, konnten wir mit einer Befahrung (per Rad), welche im Schnitt alle 11 Tage stattfand und Landbedeckungskarten mit einer sehr groben Auflösung von 25ha zu diesem Ergebnis kommen. Mit diesen Ergebnissen können wir nun die Planung eines größer angelegten Roadkill Monitoring Programms beginnen.
Falls Sie Fragen oder Anregungen zu dem Artikel habt, schreiben Sie uns einfach auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Um einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Artikels zu geben und um zu veranschaulichen, welche Schritte dazu notwendig waren und wie lange diese dauern, haben wir diese hier chronologisch mitnotiert:
27.06.2017
Jetzt wurde unser neuer Artikel veröffentlicht. Auf der Artikelseite des Journals ist der Artikel für jede*n frei zugänglich, lesbar und als pdf downloadbar.
16.06.2017
Geschafft, heute wurde unser neues Manuskript vom Journal BMC Ecology akzeptiert. Nun wird es nur noch wenige Wochen bis zur Veröffentlichung dauern. Sobald es so weit ist, werden wir auf roadkill.at natürlich eine deutsche Zusammenfassung der Ergebnisse, den Link zum Volltext und weitere Informationen bereit stellen. Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Schritt für das Projekt.
08.06.2017
Wir haben die Gutachten zu unserer überarbeiten Manuskript Version mit dem Verweis "Minor revisions" bekommen. Das heißt, dass das Manuskript bis auf Kleinigkeiten nun von den Gutachtern und dem Editor für gut befunden wurde. Wir haben nun über zwei Wochen diese "Kleinigkeiten" wieder eingearbeitet, also Statistik überarbeitet, Texte verbessert, Literatur hinzugefügt uvm. und heute wieder eingereicht. Nun müssen wir wieder warten, ob die Gutachter die neue Version akzeptieren.
21.02.2017
Nach fast drei Monaten Wartezeit sind die Gutachten für unser eingereichtes Manuskript bei BMC Ecology gekommen. Wir müssen nun "Major Revisions" durchführen, also alle Vorschläge und Korrekturen der GutachterInnen in unser Manuskript einbauen. Danach können wir es wieder an den Verlag zur weiteren Begutachtung einreichen. Erst danach wird entschieden, ob das Manuskript in diesem Journal veröffentlicht wird.
13.01.2017
Nun wurde das Manuskript bei BMC Ecology vom Editor an potentielle Reviewer weitergesendet. Diese haben nun 14 Tage Zeit um ihre Gutachten an den Editor zu senden. Dieser wird anhand der Gutachten entscheiden, wie es mit dem Manuskript weitergeht.
09.12.2016
Heute haben wir das neue Manuskript bei dem wissenschaftlichen Journal BMC Ecology eingereicht. Jetzt wird zuerst der Journal Editor entscheiden, ob das Manuskript überhaupt für das Journal geeignet ist. Erst wenn diese Entscheidung positiv ausfällt, wird das Manuskript an 2-3 internationale Gutachter weitergeschickt.
22.11.2016
Wir schreiben bereits an einem neuen Manuskript aus dem Projekt. Diesmal wird der Fokus auf Amphibien und Reptilien liegen. Wir werden euch hier von der Einreichung bis zur Veröffentlichung berichten und versuchen euch einen Einblick in den Ablauf einer Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Artikels zu geben.
Das Projekt Roadkill hat den Universität für Bodenkultur Wien Nachhaltigkeitspreis 2017 in der Kategorie "Austausch mit der Gesellschaft" gewonnen. Wir freuen uns sehr über diesen Preis, welcher uns am 1. Juni 2017 durch Rektor Martin Gerzabek überreicht wurde. Das Preisgeld von 1000€ wird vollkommen für die Weiterentwicklung des Citizen Science Projekts verwendet. Wir danken nochmal allen UnterstützerInnen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Projekt Roadkill.
Solltet auch ihr Ideen haben, wie wir das Preisgeld am besten im Projekt verwenden können, schreibt uns einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Von 30. August bis 2. September fand in Lyon (Frankreich) die Konferenz der IENE (Infra Eco Network Europe) statt. Florian Heigl präsentierte im Rahmen dieser Konferenz das Projekt Roadkill als Citizen Science Projekt und erste Ergebnisse daraus.
Die IENE ist ein Netzwerk aus Expert*innen, welche im Bereich Ökologie und lineare Transport-Infrastruktur aktiv sind. Dieses Netzwerk ist non-profit, non-governmental und non-political.
Der Titel der diesjährigen Veranstaltung war "Integrating transport infrastructure with living landscapes“, um herauszustreichen wie stark Infrastruktur, von Straßen über Flughäfen bis zu Hochspannungsleitungen Teil der Landschaft ist. Auf der Konferenzwebsite kann man sich sehr genau zur Konferenz, den Präsentationen, Postern und Workshops informieren. Die Konferenz war geprägt von Themen wie "Wie sehen funktionierende Grünbrücken aus", "Welche neuen technischen Entwicklungen gibt es im Bereich Wildunfallvermeidung", "Welchen Einfluss haben Straßen auf Biodiversität" und viele mehr. Der Unterschied zu vielen anderen Konferenzen ist sicher, dass hier Wissenschaftler*innen, Beamte aus Ministerien, Ingenieur*innen und Firmenmitarbeiter*innen aufeinandertreffen um gemeinsam zu diskutieren und voneinander zu lernen.

Wir haben das Projekt beim Universität für Bodenkultur Wien Nachhaltigkeitspreis Nachhaltigkeitspreis eingereicht. Bitte unterstützt uns, in dem ihr auf der Crowdlynx Seite unser Projekt liked: http://bit.ly/2mPoYlc
Sollten wir den Preis mit eurer Hilfe gewinnen, werden 100% des Geldes natürlich für die Weiterentwicklung des Projekts verwendet.
Heute am 10. Oktober 2016 wurde ein wissenschaftlicher Fachartikel aus dem Projekt Roadkill publiziert. Dieser Artikel mit dem Titel "Comparing Road-Kill Datasets from Hunters and Citizen Scientists in a Landscape Context" wurde von Florian Heigl, Carina R. Stretz, Wolfgang Steiner, Franz Suppan, Thomas Bauer, Gregor Laaha und Johann G. Zaller geschrieben und ist für jeden frei zugänglich.
Wir bedanken uns hiermit sehr herzlich für die enge Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen des Projekts und mit drei Instituten der Universität für Bodenkultur. Und freuen uns auf viele weitere Publikationen und Erfolgsgeschichten im Projekt Roadkill und in Citizen Science im allgemeinen.
Hier finden Sie eine deutsche Zusammenfassung und kurze Hintergrundinformation zum Artikel.
Der Artikel ist auf englisch für jeden unter dem folgenden Link frei zugänglich: http://www.mdpi.com/2072-4292/8/10/832/htm
Am 10. Oktober 2016 wurde ein wissenschaftlicher Fachartikel aus dem Projekt publiziert. Dieser Artikel mit dem Titel "Comparing Road-Kill Datasets from Hunters and Citizen Scientists in a Landscape Context" wurde von Florian Heigl, Carina R. Stretz, Wolfgang Steiner, Franz Suppan, Thomas Bauer, Gregor Laaha und Johann G. Zaller geschrieben und ist frei zugänglich. Wir bedanken uns hiermit sehr herzlich für die enge Zusammenarbeit mit den Teilnehmer*innen des Projekts und mit drei Instituten der Universität für Bodenkultur. Und freuen uns auf viele weitere Publikationen und Erfolgsgeschichten.
Als kleine Hintergrundinformation: Dieser Artikel wurde am 30. Juli 2016 beim Verlag eingereicht, von vier internationalen Fachgutachtern überprüft und bis zur fertigen Publikation vier mal überarbeitet. Die Publikation hat durch diesen peer-review Prozess an Qualität gewonnen und ist eine entscheidende Anerkennung für das Projekt, alle Projektbeteiligten und für Citizen Science im allgemeinen.
Der Artikel ist auf englisch für jeden unter dem folgenden Link frei zugänglich: http://www.mdpi.com/2072-4292/8/10/832/htm
Hier die deutsche Zusammenfassung des Artikels:
Autoren: Florian Heigl 1,*, Carina R. Stretz 1, Wolfgang Steiner 2, Franz Suppan 3, Thomas Bauer 3, Gregor Laaha 4 and Johann G. Zaller 1
1 Institut für Zoologie, Universität für Bodenkultur Wien
2 Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Universität für Bodenkultur Wien
3 Institut für Vermessung, Fernerkundung und Landinformation, Universität für Bodenkultur Wien
4 Institut für angewandte Statistik und EDV, Universität für Bodenkultur Wien
Der Straßenverkehr hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Populationen von Wildtieren, vor allem durch Roadkills. In vielen Ländern stammen offizielle Roadkill Daten von Jägern oder der Polizei; aber es gibt auch Roadkill Beobachtungen durch Citizen Scientists. Das Ziel der vorliegenden Studie war es zu prüfen, ob Roadkill-Meldungen von Jägern aus Gegenden mit ähnlicher Landschaftsbedeckung stammen, wie jene von Citizen Scientists. Wir analysierten die umliegende Landschaft von 712 gemeldeten überfahrenen Feldhasen in Niederösterreich. Unsere Daten zeigten, dass Roadkills von Hasen überwiegend von Ackerland umgeben sind, egal ob diese von Jägern oder von BürgerInnen gemeldet wurden. Zwischen diesen beiden Gruppen konnte kein Unterschied bei den Strukturen Hecken und Einzelbäumen festgestellt werden. Allerdings gab es signifikante Unterschiede in den Landbedeckungsklassen. Jäger meldeten Hasen aus Landschaften mit deutlich höherem Anteil an Ackerland und Nebenstraßen. Im Gegensatz dazu meldeten Bürger Hasen aus Landschaften mit deutlich höherem Anteil an Stadt- oder Industriegebieten und mehr Autobahnen, Hauptverkehrsstraßen und Wohnstraßen. Daraus folgern wir, dass Jäger vor allem aus ihren Jagdgebieten Daten melden, während Citizen Scientists Daten auf dem Weg zum/von der Arbeit melden. Wir schließen daraus, dass Citizen Science eine wichtige Quelle für Roadkill Daten ist, wenn sie zusätzlich zu offiziellen Daten verwendet wird, um einen Überblick über die Roadkills auf Landschaftsebene zu erlangen.
Das Naturhistorische Museum Wien (NHM) gilt mit mehr als 30 Millionen Sammlerstücken als eines der bedeutendsten naturgeschichtlichen Museen der Welt. Gegründet von Kaiser Franz Joseph I. beherbergt es viele einzigartige Stücke. Was manche nicht wissen, ist, dass im NHM Forschung am Puls der Zeit betrieben wird. So ist auch Citizen Science ein fixer Bestandteil der Forschungslandschaft im Museum.
Im Zuge der Erstellung einer Citizen Science Strategie wurden Informationen zu den verschiedenen Citizen Science Projekten, die im Museum beheimatet sind, zusammengetragen. Gleich acht Projekte binden allein am NHM Bürgerinnen und Bürger in wissenschaftliche Forschung ein.
Die wissenschaftlich herpetologische Vergleichssammlung (Amphibien- und Reptilienarten) des Naturhistorischen Museum Wien umfaßt etwa 210.000 Objekte.
Die Kooperation mit der Abteilung für Herpetologie ermöglicht es uns, dass die Einträge zu Amphibien und Reptilien nochmals von erklärten Expert*innen auf diesem Gebiet durchgesehen werden und uns ggf. auf Fehler hinweisen! Dies ist eine großartige Bereicherung für unser Projekt und erhöht direkt die Datenqualität.
Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit und die gegenseitige Bereicherung!
Von 30. August bis 2. September fand in Lyon (Frankreich) die Konferenz der IENE (Infra Eco Network Europe) statt. Florian Heigl präsentierte im Rahmen dieser Konferenz das Projekt Roadkill als Citizen Science Projekt und erste Ergebnisse daraus.
Die IENE ist ein Netzwerk aus Experten, welche im Bereich Ökologie und lineare Transport-Infrastruktur aktiv sind. Dieses Netzwerk ist non-profit, non-governmental und non-political.
Der Titel der diesjährigen Veranstaltung war "Integrating transport infrastructure with living landscapes“, um herauszustreichen wie stark Infrastruktur, von Straßen über Flughäfen bis zu Hochspannungsleitungen Teil der Landschaft ist. Auf der Konferenzwebsite kann man sich sehr genau zur Konferenz, den Präsentationen, Postern und Workshops informieren. Die Konferenz war geprägt von Themen wie "Wie sehen funktionierende Grünbrücken aus", "Welche neuen technischen Entwicklungen gibt es im Bereich Wildunfallvermeidung", "Welchen Einfluss haben Straßen auf Biodiversität" und viele mehr. Der Unterschied zu vielen anderen Konferenzen ist sicher, dass hier WissenschaftlerInnen, Beamte aus Ministerien, Ingenieure und Firmenmitarbeiter aufeinandertreffen um gemeinsam zu diskutieren und voneinander zu lernen.
Das GEWISS-Konsortium in Deutschland hat eine Handreichung zu Citizen Science veröffentlicht, bei der wir mitarbeiten durften. Darin geht es um Fragen wie: Welche Punkte muss ich bei der Projektplanung beachten? Wie kann ich Fördermittel einwerben? Welche Form der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt mein Anliegen und motiviert Mitforscher? Im ersten Teil helfen viele praktische Tipps bei der Entwicklung des Projekts. Eine grafische Darstellung der Projektmeilensteine und eine Checkliste runden die Darstellung ab.
Im zweiten Teil wird die Umsetzung von Citizen Science in bestimmten Bereichen wie Naturschutz, Geisteswissenschaften oder im digitalen Raum beschrieben und reflektiert. Vierzehn verschiedene Projekte kommen hier über eingebaute "Geschichten" zu Wort und teilen ihre Erfahrungen mit den Lesenden.
Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, dann haben wir die Handreichung neben anderen Guides und Hilfestellungen auf der Plattform "Österreich forscht" für Sie zum kostenlosen Download unter http://www.citizen-science.at/citizen-science/wegweiser zur Verfügung gestellt.