Interessieren auch Meldungen von lebenden Igel?
Nein. Die Studie "Achtung Igel!” ist Teil des Citizen Science Projektes Roadkill. In “Achtung Igel!” werden nur Meldungen zu im Straßenverkehr verunfallten Igeln dokumentiert, um gefährliche Straßenabschnitte zu erkennen und zeitliche sowie räumliche Muster von Igel-Roadkills zu verstehen. Informationen zu lebenden Igeln werden in dieser Studie nicht ausgewertet.
Was mache ich, wenn ich einen verletzten Igel finde?
Bitte wenden Sie sich an die NÖ Tierschutzhotline. Diese ist unter der Telefonnummer 0800/000-134 24h/Tag 365 Tage im Jahr erreichbar. Weitere Infos erhalten Sie unter: https://www.noe.gv.at/noe/Tierschutz/NOe_Tierschutz-Hotline.html
Die Freigabe von Berechtigungen kurz erklärt:
*Diese Anleitung basiert auf Angaben an iOS-Geräten und der Wortlaut kann auf Android – Geräten variieren.



Der Spoteintrag in sieben Schritten erklärt:





Gefördert durch das Land Niederösterreich

Achtung Igel! ist die neue Studie im Projekt Roadkill, in der Sie Strecken, die Sie in ihrem Alltag oder auch im Urlaub zurücklegen, aufzeichnen und uns melden, ob Sie überfahrene Igel gesehen haben oder nicht.
Im Projekt Roadkill wurden bislang knapp 150 von insgesamt rund 460 in Österreich vorkommenden Wirbeltierarten gemeldet. Besonders auffällig sind die beiden Igelarten Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und Nördlicher Weißbrustigel (E. roumanicus) mit über 4.200 dokumentierten Individuen (Stand: Februar 2026). Allein in Niederösterreich wurden zwischen 2014 und 2025 fast 2.000 überfahrene Igel erfasst – rund die Hälfte aller im Projekt gemeldeten, im Straßenverkehr getöteten Igel. Die meisten Meldungen treten im Frühjahr und Frühsommer auf. Zu wissen, wo und wann Unfälle passieren, ist entscheidend für die Planung von Schutzmaßnahmen.

Die beiden in Niederösterreich vorkommenden Igelarten sind äußerlich schwer zu unterscheiden. Während der Nördliche Weißbrustigel von der IUCN als „Least Concern“ (nicht gefährdet) eingestuft ist, wurde der Braunbrustigel 2023 auf „Near Threatened“ (potenziell gefährdet) herabgestuft – entsprechend der nationalen Einstufung in Österreich. Neben intensiver Landwirtschaft und Siedlungswachstum zählt der Straßenverkehr zu den zentralen Gefährdungsfaktoren.
Die Studie wird gemeinsam von der BOKU University und dem Museum Niederösterreich durchgeführt.
Mit einfachen digitalen Streckenaufzeichnungen und Meldungen über die Roadkill-App unterstützen Sie die Forschung. Dabei sind nicht nur Funde von überfahrenen Igeln entlang einer Strecke wichtig, sondern auch Belege, wenn keine Igel entdeckt wurden. Diese Informationen helfen uns, gefährliche Straßenabschnitte zu erkennen und zeitliche Muster zu verstehen. Die Studie Achtung Igel! ist derzeit auf Niederösterreich beschränkt, aber Streckenaufzeichnungen und Igel Meldungen sind auch in ganz Österreich möglich.
1. Roadkill App herunterladen und öffnen
2. Streckenaufzeichnung starten und Fahrt oder Spaziergang beginnen ⇒ hier finden Sie Hilfestellungen zur Streckenaufzeichnung
3. Roadkill entdeckt: GPS Position erfassen und Igel melden
4. Nach der Fahrt oder dem Spaziergang: Aufzeichnung beenden
Wir veranstalten über das Jahr 2026 verteilt drei Igelspaziergänge in ganz Niederösterreich. Dazu suchen wir Gemeinden, welche gemeinsam mit uns einen Abend rund um unsere stachligen Nachbarn verbringen möchten. Schicken Sie uns hierzu gerne Ihre Vorschläge, wo Sie uns und Achtung Igel! kennenlernen möchten an folgende E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Unser erster Igel-Spaziergang führt uns ins wunderschöne Hardegg im nördlichen Niederösterreich. Wir laden Sie herzlich dazu ein uns zu begleiten. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag "Wir laden ein zum Igel-Spaziergang in Hardegg - Nationalpark Thayatal (NÖ)" auf Österreich forscht.
Wir freuen uns auf Sie!
Manche Wildtiere können sich gut an das Leben in der Stadt anpassen. Damit es dabei nicht zu Konflikten mit Menschen oder Haustieren kommt, ist es wichtig zu wissen, wo sich diese Tiere aufhalten. Klassische Methoden zur Tierbeobachtung stoßen jedoch oft an ihre Grenzen, da viele Grundstücke in Privatbesitz sind und nicht betreten werden dürfen.
In dieser Studie wurden deshalb Beobachtungen von Igeln (Erinaceus europaeus oder E. roumanicus) und Dachsen (Meles meles) ausgewertet, die im Rahmen von zwei langfristigen Citizen-Science-Projekten in Wien gesammelt wurden: stadtwildtiere.at und roadkill.at. Wien hat rund zwei Millionen Einwohner und eine Fläche von 415 km², wovon etwa die Hälfte aus Grünflächen wie Wäldern, Parks und privaten Gärten besteht.
Zwischen 2012 und 2023 wurden insgesamt 356 Igel- und 918 Dachs-Sichtungen gemeldet. Beide Arten wurden vor allem dort gesehen, wo versiegelte Flächen (z. B. Straßen und Gebäude) mit Grünbereichen wie Wiesen oder Sträuchern gemischt vorkamen. Ackerflächen wurden dagegen meist gemieden – vermutlich, weil diese offenen Flächen weniger Nahrung bieten oder weil die Tiere dort nachts schwerer zu erkennen sind.
Interessant ist auch der Einfluss der Hangneigung: Je steiler das Gelände, desto weniger Igel wurden gesichtet. Bei Dachsen war es umgekehrt – besonders in stärker bebauten Gegenden (über 15 % versiegelte Fläche) nahm die Zahl der Dachs-Meldungen mit steigendem Gefälle zu.
Auffällig war, dass Igel und Dachse kaum gemeinsam im selben Gebiet gemeldet wurden. Das könnte auf eine mögliche Konkurrenz oder unterschiedliche Lebensraumansprüche hinweisen.
Fazit: Die Beobachtungen durch Bürgerinnen und Bürger liefern wertvolle Daten, um das Verhalten von Wildtieren in der Stadt besser zu verstehen. Dieses Wissen kann helfen, Konflikte zu vermeiden und könnte als Vorbild für ähnliche Studien in anderen Städten dienen.
Hier kann die Originalstudie gelesen werden: https://we.copernicus.org/articles/25/177/2025/
Straßen durchziehen unsere Landschaft – für Wildtiere bedeutet das oft Gefahr und Verlust von Lebensraum. In Österreich fehlen bislang jedoch belastbare Daten zu vielen Tierarten, die regelmäßig dem Straßenverkehr zum Opfer fallen – insbesondere zu jenen, die nicht bejagt werden.
Das Projekt Roadkill sammelt seit 2014 Daten zu überfahrenen Tieren mithilfe engagierter Citizen Scientists. Dabei traten jedoch zwei große Herausforderungen zutage:
Genau hier setzte das Forschungsprojekt GeRoKi an. Ziel war es, herauszufinden, ob die gesammelten Daten ausreichen, um sogenannte Roadkill-Hotspots zu identifizieren – also Straßenabschnitte, an denen besonders viele Tiere zu Tode kommen – und ob sich die Tierart mithilfe von DNA aus Blutresten auf dem Asphalt eindeutig bestimmen lässt.
Zwischen Juli und Oktober 2023 wurden fünf Straßenabschnitte in Niederösterreich dreimal pro Woche mit dem Fahrrad befahren. Dabei fanden die Forschenden 885 überfahrene Tiere. Zusätzlich meldeten Citizen Scientists 110 Funde auf denselben Routen. 166 Blutproben wurden zur genetischen Analyse an das Naturhistorische Museum Wien gesendet.
Die Ergebnisse sind vielversprechend:
Gleichzeitig offenbarte das Monitoring per Fahrrad praktische Herausforderungen, z. B. im Umgang mit dem Straßenverkehr, die für künftige Projekte berücksichtigt werden sollten.
Fazit:
GeRoKi beweist, wie wertvoll die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft sein kann – nicht nur, um Artenverluste sichtbar zu machen, sondern auch, um neue Methoden für den Artenschutz zu entwickeln.
Wissenschaft muss nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden – sie kann offen, transparent und gemeinschaftlich sein. Genau das verfolgte unser innovativer Ansatz im Rahmen des Projekts “Wissenschaftliches Publizieren mit Citizen Scientists”.
Seit 2014 hatten engagierte Citizen Scientists im Projekt Roadkill Daten über Tiere gesammelt, die im Straßenverkehr ums Leben gekommen waren. Über 800 Citizen Scientists meldeten dabei bis 2021 mehr als 13.000 Tierfunde – per App oder über die Website roadkill.at. Diese wertvollen Daten halfen nicht nur beim Artenschutz, sondern auch bei der wissenschaftlichen Analyse der Auswirkungen von Straßen auf Wildtiere.
Doch wir wollten noch einen Schritt weiter gehen und den Citizen Scientists nicht nur die Datensammlung ermöglichen, sondern die Teilnahme am gesamten wissenschaftlichen Prozess von der Erstellung der Forschungsfrage. Daher haben wir in diesem Projekt intensiv daran gearbeitet unser Angebot der Möglichkeiten des Mitforschens im Projekt stark auszubauen, und so konnte man ab Frühling 2022:
Dieser sogenannte Pre-Print-Ansatz verfolgte drei zentrale Ziele:
Durch diesen offenen Austausch konnten neue Forschungsfragen direkt aus den Beobachtungen der Citizen Scientists entstehen. Gleichzeitig wurde so die wissenschaftliche Kompetenz der Teilnehmenden gestärkt und eine Kultur des gemeinsamen Forschens gefördert.
Die Zusammenarbeit mit Citizen Scientists erfolgte ab diesem Zeitpunkt auf drei aufeinander aufbauenden Ebenen:
Fazit:
Der Pre-Print-Ansatz öffnete den wissenschaftlichen Publikationsprozess im Projekt. Das war nicht nur innovativ, sondern ein wichtiger Schritt zu einer partizipativen, lebendigen und zukunftsorientierten Wissenschaft.
Das Projekt AnimalProtect hatte ein klares Ziel: Unfallrisikozonen für Wildtiere frühzeitig zu erkennen, um Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Tieren zu vermeiden. Durch den Einsatz von Fernerkundungsdaten und Geoinformationssystemen (GIS) entwickelte das Projektteam einen innovativen Ansatz, um Wildunfälle vorherzusagen – wissenschaftlich fundiert und praxistauglich.
Das Projekt zeigte, dass sich Risikozonen für Wildunfälle mit modernen Technologien wie Fernerkundung und GIS erfolgreich modellieren lassen. Die entwickelte App demonstrierte anschaulich, wie diese Informationen praxisnah genutzt werden können, um das Risiko für Mensch und Tier zu senken. Trotz pandemiebedingter Verzögerungen konnten die Projektergebnisse in Fachkreisen, Workshops und über Medienauftritte verbreitet werden.
Die COVID-19-Pandemie erschwerte phasenweise die Zusammenarbeit, insbesondere bei Vor-Ort-Terminen und Veranstaltungen. Außerdem wurde deutlich, dass eine systematische Erhebung von Abwesenheitsdaten notwendig ist, um die Aussagekraft der Modelle weiter zu verbessern.
AnimalProtect hat einen zukunftsweisenden Beitrag zum Schutz von Wildtieren im Straßenverkehr geleistet. Das Projekt legte die Grundlage für präzisere Risikoanalysen, gezielte Schutzmaßnahmen und innovative Anwendungen – etwa in Navigationssystemen, in der Verkehrsplanung oder im Umweltmonitoring.
Laufzeit: 01.01.2026 - 31.12.2026
Straßennetze machen 47 % der versiegelten Fläche in Niederösterreich aus und stellen damit einen zentralen Bestandteil der Kulturlandschaft dar. Straßen sind einerseits eine unverzichtbare Grundlage für unser gesellschaftliches Leben, andererseits haben sie erhebliche Auswirkungen auf die Biodiversität. Niederösterreich führt die offiziellen Statistiken zu Wildunfällen auf Straßen in Österreich an. Dennoch fehlen nach wie vor umfassende Daten zu überfahrenen Tieren, die nicht zum jagdbaren Wild zählen. Im Citizen-Science-Projekt Roadkill der BOKU University haben seit 2013 über 1.000 Citizen Scientists Daten zu überfahrenen Wirbeltieren in Österreich gesammelt. Bisher wurden dabei ausschließlich Präsenzdaten erhoben. Im Rahmen des vorliegenden Projekts soll diese Methodik durch die Erhebung von Präsenz-Absenzdaten durch Citizen Scientists erweitert werden. Die zentrale Frage dabei ist, wo werden Tiere nicht überfahren. Als Modellorganismus dient die Gattung Igel (Erinaceus sp.). Dabei werden öffentlichkeitswirksame Kampagnen in etablierten Social Media Kanälen der Projektpartner, aber auch ein Zeichenwettbewerb, Vortragsabende in ländlichen Gemeinden und nicht zuletzt Veranstaltungen im Museum Niederösterreich zur Sensibilisierung der Bevölkerung durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur das wissenschaftliche Verständnis der Einflussfaktoren auf Igel-Roadkills vertiefen, sondern auch eine evidenzbasierte Grundlage für die Planung und Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen schaffen. Langfristig ist geplant, die entwickelte Methodik auf weitere Tierarten zu übertragen.
(als Manuskript bei einem wissenschaftlichen Journal eingereicht)
Straßenverkehr stellt eine große Gefahr für die Artenvielfalt dar, aber die genauen Ursachen für sogenannte "Roadkills" – also überfahrene Tiere – sind bisher nur unzureichend bekannt, vor allem überregional. Diese Studie untersucht, wie unterschiedliche Landschaftsformen und Straßentypen die Zahl der überfahrenen Tiere in Österreich beeinflussen. Im Fokus stehen sieben häufig gemeldete Arten: Erdkröte, Wechselkröte, Ringelnatter, Feldhase, Igel, Eichhörnchen und Amsel.
Die Daten stammen aus dem Citizen-Science-Projekt "Roadkill", bei dem Freiwillige von 2014 bis 2021 insgesamt 3.370 tote Tiere gemeldet haben. Für jede Fundstelle wurde das Umfeld in einem Radius von 250 Metern betrachtet, basierend auf Daten zur Landnutzung (CORINE) und Straßendaten von OpenStreetMap.
Die Analyse zeigt: Die Wahrscheinlichkeit für einen Roadkill hängt stark von der Tierart, der Umgebung und dem Straßentyp ab. Landwirtschaftlich genutzte Flächen in der Umgebung erhöhen das Risiko für fünf der sieben Arten. Städtische Gebiete dagegen verringern das Risiko meist. Besonders auf Nebenstraßen (tertiary roads) und Gehwegen wurden viele tote Tiere gefunden. Hauptstraßen (primary link roads) führten nur beim Igel zu einem erhöhten Risiko.
Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Arten unterschiedlich stark betroffen sind – je nach Lebensraum und Straßentyp. Für den Schutz von Wildtieren ist es deshalb wichtig, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die diese Unterschiede berücksichtigen.
(als Manuskript bei einem wissenschaftlichen Journal eingereicht)
Manche Wildtiere können sich gut an das Leben in der Stadt anpassen. Damit es dabei nicht zu Konflikten mit Menschen oder Haustieren kommt, ist es wichtig zu wissen, wo sich diese Tiere aufhalten. Klassische Methoden zur Tierbeobachtung stoßen jedoch oft an ihre Grenzen, da viele Grundstücke in Privatbesitz sind und nicht betreten werden dürfen.
In dieser Studie wurden deshalb Beobachtungen von Igeln (Erinaceus europaeus oder E. roumanicus) und Dachsen (Meles meles) ausgewertet, die im Rahmen von zwei langfristigen Citizen-Science-Projekten in Wien gesammelt wurden: stadtwildtiere.at und roadkill.at. Wien hat rund zwei Millionen Einwohner und eine Fläche von 415 km², wovon etwa die Hälfte aus Grünflächen wie Wäldern, Parks und privaten Gärten besteht.
Zwischen 2012 und 2023 wurden insgesamt 356 Igel- und 918 Dachs-Sichtungen gemeldet. Beide Arten wurden vor allem dort gesehen, wo versiegelte Flächen (z. B. Straßen und Gebäude) mit Grünbereichen wie Wiesen oder Sträuchern gemischt vorkamen. Ackerflächen wurden dagegen meist gemieden – vermutlich, weil diese offenen Flächen weniger Nahrung bieten oder weil die Tiere dort nachts schwerer zu erkennen sind.
Interessant ist auch der Einfluss der Hangneigung: Je steiler das Gelände, desto weniger Igel wurden gesichtet. Bei Dachsen war es umgekehrt – besonders in stärker bebauten Gegenden (über 15 % versiegelte Fläche) nahm die Zahl der Dachs-Meldungen mit steigendem Gefälle zu.
Auffällig war, dass Igel und Dachse kaum gemeinsam im selben Gebiet gemeldet wurden. Das könnte auf eine mögliche Konkurrenz oder unterschiedliche Lebensraumansprüche hinweisen.
Fazit: Die Beobachtungen durch Bürgerinnen und Bürger liefern wertvolle Daten, um das Verhalten von Wildtieren in der Stadt besser zu verstehen. Dieses Wissen kann helfen, Konflikte zu vermeiden und könnte als Vorbild für ähnliche Studien in anderen Städten dienen.
Im Projekt Roadkill dokumentieren Citizen Scientists mithilfe der „Roadkill-App“ oder des Onlineformulars des Projekts zufällige Sichtungen von überfahrenen Wirbeltieren (Roadkills) auf Österreichs Straßen. Diese Meldungen liefern wertvolle Daten, um einen Überblick über das Auftreten von Roadkills zu gewinnen. Da es sich dabei jedoch um Zufallsfunde handelt, können diese aufgrund ihrer ungleichmäßigen zeitlichen und geografischen Verteilung möglicherweise nicht als repräsentativ für die gesamte Region gelten. Im Gegensatz dazu erfassen regelmäßige Monitorings bestimmte Gebiete systematisch und stellen somit eine verlässlichere Grundlage für statistische Auswertungen dar.
Im Zeitraum von Juli bis Oktober 2023 wurde im Rahmen eines solchen regelmäßigen Monitorings eine standardisierte Erhebung durchgeführt: Fünf jeweils 10 km lange Straßenabschnitte in Niederösterreich wurden dreimal pro Woche mit dem Fahrrad kontrolliert. Dabei wurden für jeden Roadkill Fund unter anderem das Datum, die Uhrzeit, die Koordinaten, ein Foto, das Taxon, die Anzahl der Tiere sowie der eigene Fortbewegungsmodus dokumentiert. Zusätzlich wurde entlang aller fünf Straßenabschnitte eine Landschaftskartierung innerhalb eines 100-Meter-Puffers durchgeführt. Für die Analyse der umgebenden Landschaft wurde ein 100-Meter-Radius um jeden dokumentierten Roadkill verwendet. Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob die bislang durch Citizen Science gesammelten Meldungen hinsichtlich der landschaftlichen Umgebung von Roadkills zu vergleichbaren Ergebnissen führen wie die systematisch erhobenen Monitoring-Daten.
Im Projekt Roadkill melden erfassen Citizen Scientists Daten zu überfahrenen Wirbeltieren auf Österreichs Straßen. Diese Roadkill-Daten sind besonders wertvoll, da offizielle Stellen meist nur Meldungen zu jagdwirtschaftlich relevanten Tierarten dokumentieren. Ein Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob sich Blutproben von der Straße in unmittelbarer Nähe zu den Roadkill-Funden für eine genetische Artbestimmung eignen – insbesondere bei schwer identifizierbaren, kleinen oder gefährdeten Tierarten.
Im Rahmen einer nicht-invasiven DNA-Probenahme wurden zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2023 auf fünf jeweils 10 km langen Strecken in Niederösterreich dreimal pro Woche Blutproben von frischem oder getrocknetem Blut in unmittelbarer Nähe zu überfahrenen Tieren gesammelt. Der Schwerpunkt lag auf Tierarten, die äußerlich schwer zu bestimmen sind oder besonderen Schutzstatus genießen. Die Analyse der Proben erfolgte im Labor des Naturhistorischen Museums Wien (NHM).
Hintergrund: Der Feldhamster ist in seinem gesamten Verbreitungsareal vom Aussterben bedroht. Ursache dafür sind unter anderem die moderne Landwirtschaft mit überwiegend in Monokultur bewirtschafteten Feldern. Zum Schutz und zur Erhaltung dieser Tierart sind diverse Maßnahmen, beziehungsweise eine Kombination verschiedener Maßnahmen wie das Anlegen von Feldrainen, dem Belassen von Feldfruchtstreifen auf den Feldern, dem Verzicht auf Gifteinsatz zur Feldmausbekämpfung oder der Regulation der Prädatoren vielversprechend. Um den Feldhamster schützen zu können, ist es jedoch unabdingbar den Aufenthaltsort der Tiere zu kennen.
Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurde der Frage nachgegangen, ob eine Kartierung von Hamsterpopulationen auf Basis von Sichtungsmeldungen durch Laien auf Meldeplattformen, im Sinne von Citizen Science Projekten, effektiv ist.
Methode: Mit Hilfe eines eigens trainierten Feldhamsterspürhundes der Rasse Border Terrier wurden im Sommer 2023 in Niederösterreich 10 Gebiete mit einer Meldung aus den Citizen Science Projekten roadkill.at oder naturbeobachtung.at und weitere 10 Gebiete, in denen es keine derartige Meldung gab, aber in denen Feldhamstervorkommen aufgrund der Habitatbedingungen potentiell möglich wären, untersucht. In den Gebieten wurden alle öffentlich zugänglichen Straßen und Wege in einem Radius von 500 Metern um die Sichtungsstellen begangen. Dabei wurden bewohnte Hamsterbauten identifiziert und die Landnutzung der plots innerhalb des Radius dokumentiert.
Igel zählen zu den Tierarten die dem Straßenverkehr am häufigsten zum Opfer fallen (Rondini & Doncaster 2002). Bei Betrachtung der Daten der Roadkill App zeigt sich, dass Igel, mit einem Anteil von fast 20%, am häufigsten gemeldet werden.
Folgende Fragen sollen mit der Studie beantwortet werden: Wo in Österreich befinden sich Hotspots von Igel Roadkills? Wie sieht die Umgebung jener Straßenabschnitte aus bzw. welcher Landnutzungskategorie kann sie zugeordnet werden? In welchen Monaten kommt es zu Igel Roadkills? Entspricht dies der, in bestehender Literatur, beschriebenen Häufung von Igel Roadkills im Sommer und in besiedelten Gebieten? Welche Gegenmaßnahmen gibt es, die sich zur Reduktion von Igel Roadkills eignen könnten?
Es gibt ein App Update!
Was ist neu?
* Die Liste der Kleinsäuger und der Amphibien wurde euren und den Wünschen der Moderator*innen angepasst
* Persönliche Statistiken: filtere deine eigenen Beobachtungen.
* Bug Fixes und Verbesserungen.
Diese Woche sind wir von Mo-Fr um jeweils 8:55 Uhr zu Gast bei der Ö1 Sendung "Vom Leben der Natur" und berichten darin vom Projekt Roadkill, den Anfängen, Mitmachmöglichkeiten und Hintergründen. Wir haben die Links zum Nachhören in unserem Blog gesammelt.
Wir freuen uns sehr, die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft als Partnerin im Projekt Roadkill gewonnen zu haben. Sie ist in der Lage, die von uns gesammelten Daten und Informationen als Partei in verschiedene Verwaltungsverfahren einzubringen und – darauf aufbauend – Schutzmaßnahmen einzufordern.
Die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft ist am Sitz der Niederösterreichischen Landesregierung in St. Pölten eingerichtet. Sie agiert auf Basis einer Verfassungsbestimmung weisungsfrei und überparteilich. Neben dem Vorantreiben strategisch bedeutsamer Projekte auf dem Feld der Ökologie in Niederösterreich ist sie etwa dazu ermächtigt, die Interessen des Umweltschutzes in Verwaltungsverfahren zu vertreten. Sie nimmt dabei Rechte wahr, die ihr durch Landesgesetze (etwa NÖ Naturschutzgesetz) oder Bundesgesetze (etwa UVP-Gesetz) übertragen worden sind.
Wir freuen uns sehr, die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft als Partnerin im Projekt Roadkill gewonnen zu haben. Sie ist in der Lage, die von uns gesammelten Daten und Informationen als Partei in verschiedene Verwaltungsverfahren (etwa Naturschutzverfahren oder Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren) einzubringen und – darauf aufbauend – Schutzmaßnahmen einzufordern. Gleichzeitig ist sie für uns gleichsam die Nahtstelle zu den Amtssachverständigen für Naturschutz und zur Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich. Somit erlangen unsere Aktivitäten und Daten wichtige Bedeutung für die naturschutzfachliche Praxis.
Naturschutz ist Menschenschutz. Die Umweltanwaltschaften Österreichs schützen unser aller Lebensgrundlagen – für uns und die nächsten Generationen. Ihre Tätigkeit ist wichtiger denn je.
