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Roadkills melden

Mit der Roadkill | SPOTTERON App oder über das Onlineformular.

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Rückblick 2025
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Florian Heigl

Donnerstag, 19 März 2026 14:36

Häufige Fragen

Den Igel betreffende Fragen:

  1. Interessieren auch Meldungen von lebenden Igel?
    Nein. Die Studie "Achtung Igel!” ist Teil des Citizen Science Projektes Roadkill. In “Achtung Igel!” werden nur Meldungen zu im Straßenverkehr verunfallten Igeln dokumentiert, um gefährliche Straßenabschnitte zu erkennen und zeitliche sowie räumliche Muster von Igel-Roadkills zu verstehen. Informationen zu lebenden Igeln werden in dieser Studie nicht ausgewertet.

  2. Was mache ich, wenn ich einen verletzten Igel finde?
    Bitte wenden Sie sich an die NÖ Tierschutzhotline. Diese ist unter der Telefonnummer 0800/000-134 24h/Tag 365 Tage im Jahr erreichbar. Weitere Infos erhalten Sie unter: https://www.noe.gv.at/noe/Tierschutz/NOe_Tierschutz-Hotline.html

  3. Können auch Igelvereine und Pflegestationen melden?
    Ja, auch Igelvereine und Pflegestationen können Igel-Roadkills melden. Wählen Sie dazu bei der Registrierung bei der Anrede “Organisation” aus. Alle Mitglieder des Vereins/der Pflegestation können sich über den bei der Registrierung gewählten Benutzernamen und das gewählte Passwort über ihr eigenes Smartphone anmelden.

Technische Fragen:

  1. Ich habe meine zurückgelegte Strecke aufgezeichnet, aber keinen Igel-Roadkill gefunden. Wie kann ich das bekanntgeben?
    Wenn Sie eine Strecke aufgezeichnet haben und uns keinen Roadkill melden, gehen wir automatisch davon aus, dass Sie auf dieser Strecke keinen Roadkill gesehen haben. Daher ist hier kein weiterer Schritt nötig.

  2. Kann ich einen Igel-Roadkill zu meiner aktuellen Streckenaufzeichnung hinzufügen, den in an einem anderen Tag/zu einer anderen Zeit gesehen habe?
    Nein. Bitte fügen Sie nur Igel-Roadkills (gilt für alle Roadkills) zu ihrer aktuellen Streckenaufzeichnung hinzu, die Sie tatsächlich während dieser Begehung/Befahrung gesehen haben. Igel-Roadkills, die Sie vor oder nach der Streckenaufzeichnung oder an einem anderen Tag gesehen haben, tragen Sie bitte als separaten Spot ein.

  3. Muss ich Strecken aufzeichnen, um einen Igel-Roadkill zu melden?
    Nein, die Streckenaufzeichnung ist nicht verpflichtend, um Igel-Roadkills zu melden. Allerdings erhalten wir durch die Aufzeichnung Ihrer zurückgelegten Wegstrecke die wichtige Information, ob diese Strecke überhaupt befahren wurde und ob dabei ein Igel-Roadkill gefunden wurde oder nicht. Diese Informationen sind für uns sehr wichtig, um gefährliche Straßenabschnitte zu erkennen und zeitliche Muster von Igel-Roadkills zu verstehen.

  4. Ich habe einen Igel- Roadkill gesehen, konnte ihn aber nicht während der Streckenaufzeichnung eintragen. Wie kann ich diese Beobachtung zu meiner Strecke hinzufügen?
    Für den Fall, dass Sie einen Igel-Roadkill nachträglich hinzufügen möchten, haben wir Hilfestellungen zum Nachtrag von Roadkill-Meldungen zu einer bereits aufgezeichneten Strecke erstellt.

  5. Kann ich auch andere Tiere außer Igel auf meiner aufgezeichneten Strecke melden?
    Ja, Sie können gerne alle überfahrenen Wirbeltiere (Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien), die Sie während Ihrer Streckenaufzeichnung finden, melden. Alle gesammelten Meldungen und Streckenaufzeichnungen werden für unsere Jahresanalysen ausgewertet.

  6. Soll ich Hin- und Rückwege, z.B. wenn ich einkaufen fahre, einzeln aufzeichnen oder kann ich auch meine Streckenaufzeichnung dazwischen pausieren?
    Bitte zeichnen Sie den Hin- und Rückweg auf, jedoch als einzelne Strecken. Beenden Sie die Aufzeichnung bei Ankunft und starten Sie diese neu beim Rückweg. Achten Sie bitte darauf, dass Sie Roadkills auf der Strecke nicht doppelt melden.

  7. Wie oft soll ich eine Strecke aufzeichnen?
    Hier lautet die Antwort: Je öfter Sie eine Strecke, die Sie regelmäßig begehen oder befahren, in der Roadkill-App aufzeichnen und die Roadkills, die Sie sehen, dabei melden, desto aussagekräftiger werden Ihre und unsere Daten. Zeichnen Sie daher gerne jedes Mal, wenn Sie unterwegs sind, die Strecke auf. Vielen Dank!

  8. Kann ich in ganz Österreich eine Streckenaufzeichnung durchführen?
    Ja, die Option der Streckenaufzeichnung ist nicht nur auf Niederösterreich beschränkt und in ganz Österreich verfügbar. Für die aktuelle Studie “Achtung Igel!” werden derzeit nur Streckenaufzeichnungen aus Niederösterreich herangezogen. Alle gesammelten Meldungen und Streckenaufzeichnungen aus Österreich werden für unsere Jahresanalysen ausgewertet.

  9. Ich kann meinen Standort nicht aktualisieren, während meine Strecke aufgezeichnet wird. Was soll ich tun?
    Für die Streckenaufzeichnung braucht es derzeit eine stabile Internetverbindung. Sollte diese nicht vorhanden sein, kann der Standort auch nicht aktualisiert werden. Der Standort wird wieder aktualisiert, sobald Ihr Smartphone wieder eine Verbindung zum Internet herstellen kann.
    Kann der Standort während der Streckenaufzeichnung nicht aktualisiert werden, zum Beispiel wenn Sie einen Igel-Roadkill melden möchten, kann dies auch an fehlenden App-Berechtigungen zur Streckenaufzeichnung liegen. In unseren Hilfestellungen finden Sie eine Auflistung, welche Berechtigungen für eine Aufzeichnung von Strecken benötigt werden.

  10. Kann ich einen Spot auch nachträglich hochladen, wenn ich keine Internet- oder GPS-Verbindung habe?
    Ja, sollte die Internetverbindung einmal nicht ausreichend sein, um einen Spot hochzuladen, können Sie diesen als Entwurf speichern. Der Spot wird unter “Wartende Spots” im Menü [drei Striche] gespeichert. Im Menüpunkt  “Wartende Spots”  finden Sie alle Ihre als Entwurf gespeicherten Beobachtungen. Wählen Sie die Spots aus, die Sie nachtragen möchten. Achten Sie dabei auf die richtige Verortung Ihres Spot und tippen Sie auf “Speichern”.  Bei instabiler Internetverbindung zum Zeitpunkt der Streckenaufzeichnung kann der Standort Ihres Spots gegebenenfalls von Ihrer aufgezeichneten Strecke abweichen. Es wird immer das Datum von der ersten Erstellung des Spots eingetragen, nicht der, an dem der Eintrag final hochgeladen wurde. Bei Bedarf kann das Datum im Nachhinein geändert werden.

  11. Was mache ich, wenn ich meine Streckenaufzeichnung nicht speichern kann, wenn ich keine Internetverbindung habe?
    Aktuell kommt es in wenigen Fällen dazu, dass eine aufgezeichnete Strecke bei instabiler oder fehlender Internet nicht gestoppt und gespeichert werden kann. Wir arbeiten intensiv an einer Lösung!

  12. Wo finde ich meine bereits aufgezeichneten Strecken?
    Im Menü [drei Striche] finden Sie den Wortlaut „Strecken“. Dort sehen Sie alle Strecken, die Sie bereits aufgezeichnet haben. TIPP: Wählen Sie einen leicht einprägsamen Titel für die Strecken, die Sie aufzeichnen. Ein für Sie leicht einprägsamer Titel erleichtert eine Nachsuche der aufgezeichneten Strecke, sollten Sie Roadkills nachtragen wollen, die Sie als Entwurf angelegt haben.
Mittwoch, 04 März 2026 07:34

Hilfestellungen

Übersicht:

1. Bevor es losgehen kann
2. Die Streckenaufzeichnung
3. Spots auf einer Strecke eintragen
4. Spots nachtragen

Bevor es losgehen kann

Die Freigabe von Berechtigungen kurz erklärt:

  1. Standort freigeben – Damit die Streckenaufzeichnung auch im Hintergrund, wenn die Roadkill-App geschlossen ist, weiterläuft, wird die Berechtigung “immer erlauben”* für den Standort benötigt.
  2. Aktivität freigeben – Für die optimale Aufzeichnung Ihrer befahrenen oder begangenen Strecken benötigen wir die Aktivierung der Berechtigung für Aktivitäten*. Es werden keine persönlichen Daten von Ihnen aufgezeichnet oder gespeichert.
  3. Freigabenkontrolle – Sie können die Berechtigungen jederzeit in den Einstellungen der Roadkill-App ändern.

*Diese Anleitung basiert auf Angaben an iOS-Geräten und der Wortlaut kann auf Android – Geräten variieren.

260302 Aufzeichnung Anleitung


Die Streckenaufzeichnung in fünf Schritten erklärt:

  1. Aufzeichnung starten – Beginnen Sie den Spaziergang oder die Fahrt und achten Sie dabei auf die richtige Verortung Ihres Standortes.
  2. Optional - Titel eingeben – Ein einprägsamer Titel hilft die aufgezeichneten Strecken wieder zu finden.
  3. Streckenaufzeichnung läuft 
  4. Aufzeichnung der Strecke stoppen – Nach Beendigung des Spazierganges oder der Fahrt Aufzeichnung stoppen.
  5. Zusammenfassung – Eine Zusammenfassung zur aufgezeichneten Strecke wird angezeigt.

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Spots auf einer Strecke eintragen

Der Spoteintrag in sieben Schritten erklärt:

  1. Spot eintragen – Öffnen Sie die Roadkill-App und tippen Sie auf das Fadenkreuz, um einen Spot einzutragen.
  2. Standort kontrollieren – Aktualisieren Sie bei Bedarf Ihren Standort.
  3. Optional – Foto machen – Wenn gefahrlos möglich, ergänzen Sie ein Foto zu Ihrer Meldung.
  4. Tierbestimmung – Bestimmen Sie das überfahrene Tier, soweit es Ihnen möglich ist.
  5. Zusatzangaben – Bitte ergänzen Sie Angaben zur Individuenzahl der überfahrenen Tiere und zu Ihrer Mobilität.
  6. Beschreibung & Speichern – Beschreiben Sie kurz Ihre Sichtung und speichern Sie Ihren Eintrag.
  7. Spot eingetragen – Der Spoteintrag ist abgeschlossen.

260302 Spot eintragen 1

260302 Spot eintragen 2

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 Wenn Sie eine Strecke fertig aufgezeichnet haben und dann einen Spot nachtragen möchten

  1. Spot hinzufügen – Öffnen Sie die Roadkill-App und tippen Sie unten in der Mitte auf Spot hinzufügen, um einen Spot nachzutragen.
  2. Spot eintragen – Kontrollieren Sie Ihren Standort und ergänzen Sie die Angaben.
  3. Streckenauswahl – Tippen Sie auf Streckenauswahl.
  4. Strecke wählen – Wählen Sie die gewünschte Strecke aus, zu der Sie einen Spot nachtragen möchten.
  5. Spot eintragen – Fahren Sie in gewohnter Weise mit dem Spot-Eintrag fort.

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260305 Nachtrag 2


 Gefördert durch das Land Niederösterreich

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Mittwoch, 11 Februar 2026 07:59

Über Achtung Igel!

  1. Hintergrund von Achtung Igel!
  2. Zielsetzung
  3. Wir können Sie mitmachen?
  4. Igelspaziergänge
  5. Medienberichte
  6. Newsletter

Achtung Igel! ist die neue Studie im Projekt Roadkill, in der Sie Strecken, die Sie in ihrem Alltag oder auch im Urlaub zurücklegen, aufzeichnen und uns melden, ob Sie überfahrene Igel gesehen haben oder nicht. 

Hintergrund von Achtung Igel!

Im Projekt Roadkill wurden bislang knapp 150 von insgesamt rund 460 in Österreich vorkommenden Wirbeltierarten gemeldet. Besonders auffällig sind die beiden Igelarten Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und Nördlicher Weißbrustigel (E. roumanicus) mit über 4.200 dokumentierten Individuen (Stand: Februar 2026). Allein in Niederösterreich wurden zwischen 2014 und 2025 fast 2.000 überfahrene Igel erfasst – rund die Hälfte aller im Projekt gemeldeten, im Straßenverkehr getöteten Igel. Die meisten Meldungen treten im Frühjahr und Frühsommer auf. Zu wissen, wo und wann Unfälle passieren, ist entscheidend für die Planung von Schutzmaßnahmen.

Erinaceus europaeus in Avesta 04 1

Vor allem Überquerungen von Straßen stellen eine Gefahr für Igel dar. Foto by Calle Eklund/V-wolf -
Own work, CC BY-SA 3.0,  https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11009477

Die beiden in Niederösterreich vorkommenden Igelarten sind äußerlich schwer zu unterscheiden. Während der Nördliche Weißbrustigel von der IUCN als „Least Concern“ (nicht gefährdet) eingestuft ist, wurde der Braunbrustigel 2023 auf „Near Threatened“ (potenziell gefährdet) herabgestuft – entsprechend der nationalen Einstufung in Österreich. Neben intensiver Landwirtschaft und Siedlungswachstum zählt der Straßenverkehr zu den zentralen Gefährdungsfaktoren.

Die Studie wird gemeinsam von der BOKU University und dem Museum Niederösterreich durchgeführt.

Zielsetzung

Mit einfachen digitalen Streckenaufzeichnungen und Meldungen über die Roadkill-App unterstützen Sie die Forschung. Dabei sind nicht nur Funde von überfahrenen Igeln entlang einer Strecke wichtig, sondern auch Belege, wenn keine Igel entdeckt wurden. Diese Informationen helfen uns, gefährliche Straßenabschnitte zu erkennen und zeitliche Muster zu verstehen. Die Studie Achtung Igel! ist derzeit auf Niederösterreich beschränkt, aber Streckenaufzeichnungen und Igel Meldungen sind auch in ganz Österreich möglich.

Jede Fahrt, jeder Spaziergang verbessert die Datengrundlage. Machen Sie mit – jede Strecke zählt.


Wie können Sie mitmachen?

1. Roadkill App herunterladen und öffnen

2. Streckenaufzeichnung starten und Fahrt oder Spaziergang beginnen ⇒ hier finden Sie Hilfestellungen zur Streckenaufzeichnung

3. Roadkill entdeckt: GPS Position erfassen und Igel melden

4. Nach der Fahrt oder dem Spaziergang: Aufzeichnung beenden

Wichtig: Melden Sie Funde nur, wenn es gefahrlos möglich ist. Ihre Sicherheit hat immer Vorrang.


Anmeldung zu Igelspaziergängen

Wir veranstalten über das Jahr 2026 verteilt drei Igelspaziergänge in ganz Niederösterreich. Dazu suchen wir Gemeinden, welche gemeinsam mit uns einen Abend rund um unsere stachligen Nachbarn verbringen möchten. Schicken Sie uns hierzu gerne Ihre Vorschläge, wo Sie uns und Achtung Igel! kennenlernen möchten an folgende E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Unser erster Igel-Spaziergang führt uns ins wunderschöne Hardegg im nördlichen Niederösterreich. Wir laden Sie herzlich dazu ein uns zu begleiten. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag "Wir laden ein zum Igel-Spaziergang in Hardegg - Nationalpark Thayatal (NÖ)" auf Österreich forscht.

Wir freuen uns auf Sie!


Aktuelle Medienberichte:


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Wir verwenden Ihre Email-Adresse, Vor- und Nachnamen um Sie viertel-jährlich über Neuigkeiten zum Projekt Roadkill zu informieren. Sie können uns jederzeit unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kontaktieren. Das Projekt Roadkill hat seinen Sitz an der Universität für Bodenkultur Wien, Gregor Mendel Straße 33, 1180 Wien. Sie können die Anmeldung zum Newsletter jederzeit über den Unsubscribe Button/Link widerrufen.

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Gefördert durch das Land Niederösterreich
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Mittwoch, 08 Oktober 2025 06:19

Zehnter Fachartikel: Igel und Dachse in Wien

Manche Wildtiere können sich gut an das Leben in der Stadt anpassen. Damit es dabei nicht zu Konflikten mit Menschen oder Haustieren kommt, ist es wichtig zu wissen, wo sich diese Tiere aufhalten. Klassische Methoden zur Tierbeobachtung stoßen jedoch oft an ihre Grenzen, da viele Grundstücke in Privatbesitz sind und nicht betreten werden dürfen.

In dieser Studie wurden deshalb Beobachtungen von Igeln (Erinaceus europaeus oder E. roumanicus) und Dachsen (Meles meles) ausgewertet, die im Rahmen von zwei langfristigen Citizen-Science-Projekten in Wien gesammelt wurden: stadtwildtiere.at und roadkill.at. Wien hat rund zwei Millionen Einwohner und eine Fläche von 415 km², wovon etwa die Hälfte aus Grünflächen wie Wäldern, Parks und privaten Gärten besteht.

Zwischen 2012 und 2023 wurden insgesamt 356 Igel- und 918 Dachs-Sichtungen gemeldet. Beide Arten wurden vor allem dort gesehen, wo versiegelte Flächen (z. B. Straßen und Gebäude) mit Grünbereichen wie Wiesen oder Sträuchern gemischt vorkamen. Ackerflächen wurden dagegen meist gemieden – vermutlich, weil diese offenen Flächen weniger Nahrung bieten oder weil die Tiere dort nachts schwerer zu erkennen sind.

Interessant ist auch der Einfluss der Hangneigung: Je steiler das Gelände, desto weniger Igel wurden gesichtet. Bei Dachsen war es umgekehrt – besonders in stärker bebauten Gegenden (über 15 % versiegelte Fläche) nahm die Zahl der Dachs-Meldungen mit steigendem Gefälle zu.

Auffällig war, dass Igel und Dachse kaum gemeinsam im selben Gebiet gemeldet wurden. Das könnte auf eine mögliche Konkurrenz oder unterschiedliche Lebensraumansprüche hinweisen.

Fazit: Die Beobachtungen durch Bürgerinnen und Bürger liefern wertvolle Daten, um das Verhalten von Wildtieren in der Stadt besser zu verstehen. Dieses Wissen kann helfen, Konflikte zu vermeiden und könnte als Vorbild für ähnliche Studien in anderen Städten dienen.

Hier kann die Originalstudie gelesen werden: https://we.copernicus.org/articles/25/177/2025/

Donnerstag, 21 August 2025 06:32

Abgeschlossene Projekte

GeRoKi: Genetischer Nachweis und Roadkill-Hotspot Analyse von überfahrenen Wirbeltierarten auf ausgewählten Straßen in Niederösterreich

  • Laufzeit: 02.05.2023 - 01.05.2024
  • Fördergeber: Land Niederösterreich

Straßen durchziehen unsere Landschaft – für Wildtiere bedeutet das oft Gefahr und Verlust von Lebensraum. In Österreich fehlen bislang jedoch belastbare Daten zu vielen Tierarten, die regelmäßig dem Straßenverkehr zum Opfer fallen – insbesondere zu jenen, die nicht bejagt werden.

Das Projekt Roadkill sammelt seit 2014 Daten zu überfahrenen Tieren mithilfe engagierter Citizen Scientists. Dabei traten jedoch zwei große Herausforderungen zutage:

  1. Die Meldungen erfolgen meist zufällig und nicht systematisch.
  2. Die Bestimmung der Tierarten ist anhand von Fotos oft schwierig.

Genau hier setzte das Forschungsprojekt GeRoKi an. Ziel war es, herauszufinden, ob die gesammelten Daten ausreichen, um sogenannte Roadkill-Hotspots zu identifizieren – also Straßenabschnitte, an denen besonders viele Tiere zu Tode kommen – und ob sich die Tierart mithilfe von DNA aus Blutresten auf dem Asphalt eindeutig bestimmen lässt.

Zwischen Juli und Oktober 2023 wurden fünf Straßenabschnitte in Niederösterreich dreimal pro Woche mit dem Fahrrad befahren. Dabei fanden die Forschenden 885 überfahrene Tiere. Zusätzlich meldeten Citizen Scientists 110 Funde auf denselben Routen. 166 Blutproben wurden zur genetischen Analyse an das Naturhistorische Museum Wien gesendet.

Die Ergebnisse sind vielversprechend:

  • DNA-Proben aus frischem oder getrocknetem Blut ermöglichen eine deutlich genauere Artbestimmung als visuelle Methoden.
  • Hotspotanalysen zeigen: Die Lage der Hotspots variiert je nach Erhebungsmethode, jedoch spiegeln sie meist die Lebensraumbedürfnisse der betroffenen Tierarten wider.
  • Citizen Science birgt großes Potenzial für die Erforschung von Straßenwirkungen auf die Biodiversität – wenn strukturiert und begleitet eingesetzt.

Gleichzeitig offenbarte das Monitoring per Fahrrad praktische Herausforderungen, z. B. im Umgang mit dem Straßenverkehr, die für künftige Projekte berücksichtigt werden sollten.

Fazit:
GeRoKi beweist, wie wertvoll die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Gesellschaft sein kann – nicht nur, um Artenverluste sichtbar zu machen, sondern auch, um neue Methoden für den Artenschutz zu entwickeln.

Wissenschaftliches Publizieren mit Citizen Scientists

  • Laufzeit: 02.02.2021 - 01.02.2023
  • Fördergeber: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Wissenschaft muss nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden – sie kann offen, transparent und gemeinschaftlich sein. Genau das verfolgte unser innovativer Ansatz im Rahmen des Projekts “Wissenschaftliches Publizieren mit Citizen Scientists”.

Seit 2014 hatten engagierte Citizen Scientists im Projekt Roadkill Daten über Tiere gesammelt, die im Straßenverkehr ums Leben gekommen waren. Über 800 Citizen Scientists meldeten dabei bis 2021 mehr als 13.000 Tierfunde – per App oder über die Website roadkill.at. Diese wertvollen Daten halfen nicht nur beim Artenschutz, sondern auch bei der wissenschaftlichen Analyse der Auswirkungen von Straßen auf Wildtiere.

Doch wir wollten noch einen Schritt weiter gehen und den Citizen Scientists nicht nur die Datensammlung ermöglichen, sondern die Teilnahme am gesamten wissenschaftlichen Prozess von der Erstellung der Forschungsfrage. Daher haben wir in diesem Projekt  intensiv daran gearbeitet unser Angebot der Möglichkeiten des Mitforschens im Projekt stark auszubauen, und so konnte man ab Frühling 2022:

  • Forschungsfragen stellen
  • Roadkills melden
  • Roadkills überprüfen
  • Roadkills analysieren
  • Offen publizieren 

Dieser sogenannte Pre-Print-Ansatz verfolgte drei zentrale Ziele:

  • Zeitnahes Feedback für die Citizen Scientists
  • Schnelle Verbreitung neuer Erkenntnisse
  • Mitsprache und Mitgestaltung im Forschungsprozess

Durch diesen offenen Austausch konnten neue Forschungsfragen direkt aus den Beobachtungen der Citizen Scientists entstehen. Gleichzeitig wurde so die wissenschaftliche Kompetenz der Teilnehmenden gestärkt und eine Kultur des gemeinsamen Forschens gefördert.

Drei Zeitebenen – ein gemeinsamer Prozess

Die Zusammenarbeit mit Citizen Scientists erfolgte ab diesem Zeitpunkt auf drei aufeinander aufbauenden Ebenen:

  1. Echtzeitdaten & Tools:
    Citizen Scientists nutzen aktuelle Daten des Roadkill-Projekts sowie einfache Tools zur Analyse. So können sie eigene Fragestellungen entwickeln und erste Verteilungsmuster erkennen.
  2. Vierteljährliche Updates:
    Alle drei Monate veröffentlichten wir umfassende Analysen: etwa dazu, welche Arten besonders häufig gemeldet wurden, wie viele geschützte Arten betroffen waren oder wie aktiv die Citizen Scientists in diesem Zeitraum waren.
  3. Jährliche Tiefenanalysen:
    Gemeinsam mit Citizen Scientists wurden konkrete Forschungsfragen formuliert. Anschließend analysierten wir beispielsweise den Einfluss der Straßenart oder der umgebenden Landschaft auf das Vorkommen von Roadkills.

Fazit:
Der Pre-Print-Ansatz öffnete den wissenschaftlichen Publikationsprozess im Projekt. Das war nicht nur innovativ, sondern ein wichtiger Schritt zu einer partizipativen, lebendigen und zukunftsorientierten Wissenschaft.

AnimalProtect - Detection of impact corridors influencing animal accidents along road networks

  • Laufzeit: 01.09.2018 - 31.10.2020
  • Fördergeber: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)

Das Projekt AnimalProtect hatte ein klares Ziel: Unfallrisikozonen für Wildtiere frühzeitig zu erkennen, um Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Tieren zu vermeiden. Durch den Einsatz von Fernerkundungsdaten und Geoinformationssystemen (GIS) entwickelte das Projektteam einen innovativen Ansatz, um Wildunfälle vorherzusagen – wissenschaftlich fundiert und praxistauglich.

Die vier zentralen Projektziele:

  1. Identifikation relevanter Einflussfaktoren
    Für zwölf Tierarten wurden spezifische Faktoren bestimmt, die das Risiko von Wildunfällen beeinflussen – etwa Landschaftsstruktur, Vegetation, Straßenart oder jahreszeitliche Wanderbewegungen. Diese Faktoren wurden in einer Heatmap erfasst, die den Einfluss auf einer Skala von -2 (risikomindernd) bis +2 (risikosteigernd) darstellte.
  2. Ableitung von Risikozonen mit Fernerkundung
    Auf Basis validierter Einflussfaktoren und aktueller Fernerkundungs- sowie GIS-Daten wurden Risikozonen für Wildunfälle in vier ausgewählten Testregionen berechnet. So entstand ein detailliertes Bild potenziell gefährlicher Straßenabschnitte.
  3. Berechnung und Validierung von Risikokorridoren
    Die berechneten Risikozonen wurden mit bestehenden Wildunfalldaten verglichen und in sogenannte Impact-Korridore überführt – Gebiete, in denen sich Tierbewegungen mit dem Straßennetz überschneiden. Die fehlende Erfassung von Abwesenheitsdaten (also Gebieten ohne Wildunfälle) stellte dabei eine Herausforderung für die statistische Validierung dar.
  4. Entwicklung eines cloudbasierten Dienstes und einer App
    Ein Online-Dienst wurde aufgebaut, der aktuelle Risikozonen bereitstellt. Diese Daten wurden in eine Demonstrations-App integriert, die Nutzerinnen und Nutzern das Wildunfallrisiko für bestimmte Tierarten entlang ihrer Route auf einer fünfstufigen Skala anzeigte.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Das Projekt zeigte, dass sich Risikozonen für Wildunfälle mit modernen Technologien wie Fernerkundung und GIS erfolgreich modellieren lassen. Die entwickelte App demonstrierte anschaulich, wie diese Informationen praxisnah genutzt werden können, um das Risiko für Mensch und Tier zu senken. Trotz pandemiebedingter Verzögerungen konnten die Projektergebnisse in Fachkreisen, Workshops und über Medienauftritte verbreitet werden.

Herausforderungen und weiterer Bedarf

Die COVID-19-Pandemie erschwerte phasenweise die Zusammenarbeit, insbesondere bei Vor-Ort-Terminen und Veranstaltungen. Außerdem wurde deutlich, dass eine systematische Erhebung von Abwesenheitsdaten notwendig ist, um die Aussagekraft der Modelle weiter zu verbessern.

Fazit

AnimalProtect hat einen zukunftsweisenden Beitrag zum Schutz von Wildtieren im Straßenverkehr geleistet. Das Projekt legte die Grundlage für präzisere Risikoanalysen, gezielte Schutzmaßnahmen und innovative Anwendungen – etwa in Navigationssystemen, in der Verkehrsplanung oder im Umweltmonitoring.

Mittwoch, 20 August 2025 11:14

Laufende Studien

Achtung Igel! – Citizen Science gegen Straßenopfer in Niederösterreich

Laufzeit: 01.01.2026 - 31.12.2026

Straßennetze machen 47 % der versiegelten Fläche in Niederösterreich aus und stellen damit einen zentralen Bestandteil der Kulturlandschaft dar. Straßen sind einerseits eine unverzichtbare Grundlage für unser gesellschaftliches Leben, andererseits haben sie erhebliche Auswirkungen auf die Biodiversität. Niederösterreich führt die offiziellen Statistiken zu Wildunfällen auf Straßen in Österreich an. Dennoch fehlen nach wie vor umfassende Daten zu überfahrenen Tieren, die nicht zum jagdbaren Wild zählen. Im Citizen-Science-Projekt Roadkill der BOKU University haben seit 2013 über 1.000 Citizen Scientists Daten zu überfahrenen Wirbeltieren in Österreich gesammelt. Bisher wurden dabei ausschließlich Präsenzdaten erhoben. Im Rahmen des vorliegenden Projekts soll diese Methodik durch die Erhebung von Präsenz-Absenzdaten durch Citizen Scientists erweitert werden. Die zentrale Frage dabei ist, wo werden Tiere nicht überfahren. Als Modellorganismus dient die Gattung Igel (Erinaceus sp.). Dabei werden öffentlichkeitswirksame Kampagnen in etablierten Social Media Kanälen der Projektpartner, aber auch ein Zeichenwettbewerb, Vortragsabende in ländlichen Gemeinden und nicht zuletzt Veranstaltungen im Museum Niederösterreich zur Sensibilisierung der Bevölkerung durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur das wissenschaftliche Verständnis der Einflussfaktoren auf Igel-Roadkills vertiefen, sondern auch eine evidenzbasierte Grundlage für die Planung und Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen schaffen. Langfristig ist geplant, die entwickelte Methodik auf weitere Tierarten zu übertragen. 

Animal roadkills in Austria between 2014-2021: associations between hotspots, land cover and road types based on citizen science.

(als Manuskript bei einem wissenschaftlichen Journal eingereicht)

Straßenverkehr stellt eine große Gefahr für die Artenvielfalt dar, aber die genauen Ursachen für sogenannte "Roadkills" – also überfahrene Tiere – sind bisher nur unzureichend bekannt, vor allem überregional. Diese Studie untersucht, wie unterschiedliche Landschaftsformen und Straßentypen die Zahl der überfahrenen Tiere in Österreich beeinflussen. Im Fokus stehen sieben häufig gemeldete Arten: Erdkröte, Wechselkröte, Ringelnatter, Feldhase, Igel, Eichhörnchen und Amsel.

Die Daten stammen aus dem Citizen-Science-Projekt "Roadkill", bei dem Freiwillige von 2014 bis 2021 insgesamt 3.370 tote Tiere gemeldet haben. Für jede Fundstelle wurde das Umfeld in einem Radius von 250 Metern betrachtet, basierend auf Daten zur Landnutzung (CORINE) und Straßendaten von OpenStreetMap.

Die Analyse zeigt: Die Wahrscheinlichkeit für einen Roadkill hängt stark von der Tierart, der Umgebung und dem Straßentyp ab. Landwirtschaftlich genutzte Flächen in der Umgebung erhöhen das Risiko für fünf der sieben Arten. Städtische Gebiete dagegen verringern das Risiko meist. Besonders auf Nebenstraßen (tertiary roads) und Gehwegen wurden viele tote Tiere gefunden. Hauptstraßen (primary link roads) führten nur beim Igel zu einem erhöhten Risiko.

Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Arten unterschiedlich stark betroffen sind – je nach Lebensraum und Straßentyp. Für den Schutz von Wildtieren ist es deshalb wichtig, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die diese Unterschiede berücksichtigen.

Habitat use and co-occurrence of badgers (Meles meles) and hedgehogs (E. europaeus & E. romanicus) in Vienna. A citizen science approach

(als Manuskript bei einem wissenschaftlichen Journal eingereicht)

Manche Wildtiere können sich gut an das Leben in der Stadt anpassen. Damit es dabei nicht zu Konflikten mit Menschen oder Haustieren kommt, ist es wichtig zu wissen, wo sich diese Tiere aufhalten. Klassische Methoden zur Tierbeobachtung stoßen jedoch oft an ihre Grenzen, da viele Grundstücke in Privatbesitz sind und nicht betreten werden dürfen.

In dieser Studie wurden deshalb Beobachtungen von Igeln (Erinaceus europaeus oder E. roumanicus) und Dachsen (Meles meles) ausgewertet, die im Rahmen von zwei langfristigen Citizen-Science-Projekten in Wien gesammelt wurden: stadtwildtiere.at und roadkill.at. Wien hat rund zwei Millionen Einwohner und eine Fläche von 415 km², wovon etwa die Hälfte aus Grünflächen wie Wäldern, Parks und privaten Gärten besteht.

Zwischen 2012 und 2023 wurden insgesamt 356 Igel- und 918 Dachs-Sichtungen gemeldet. Beide Arten wurden vor allem dort gesehen, wo versiegelte Flächen (z. B. Straßen und Gebäude) mit Grünbereichen wie Wiesen oder Sträuchern gemischt vorkamen. Ackerflächen wurden dagegen meist gemieden – vermutlich, weil diese offenen Flächen weniger Nahrung bieten oder weil die Tiere dort nachts schwerer zu erkennen sind.

Interessant ist auch der Einfluss der Hangneigung: Je steiler das Gelände, desto weniger Igel wurden gesichtet. Bei Dachsen war es umgekehrt – besonders in stärker bebauten Gegenden (über 15 % versiegelte Fläche) nahm die Zahl der Dachs-Meldungen mit steigendem Gefälle zu.

Auffällig war, dass Igel und Dachse kaum gemeinsam im selben Gebiet gemeldet wurden. Das könnte auf eine mögliche Konkurrenz oder unterschiedliche Lebensraumansprüche hinweisen.

Fazit: Die Beobachtungen durch Bürgerinnen und Bürger liefern wertvolle Daten, um das Verhalten von Wildtieren in der Stadt besser zu verstehen. Dieses Wissen kann helfen, Konflikte zu vermeiden und könnte als Vorbild für ähnliche Studien in anderen Städten dienen.

Vergleich von Roadkills aus Zufallsmeldungen und einem regelmäßigen Monitoring in Bezug auf die angrenzenden landschaftlichen Einflüsse 

Im Projekt Roadkill dokumentieren Citizen Scientists mithilfe der „Roadkill-App“ oder des Onlineformulars des Projekts zufällige Sichtungen von überfahrenen Wirbeltieren (Roadkills) auf Österreichs Straßen. Diese Meldungen liefern wertvolle Daten, um einen Überblick über das Auftreten von Roadkills zu gewinnen. Da es sich dabei jedoch um Zufallsfunde handelt, können diese aufgrund ihrer ungleichmäßigen zeitlichen und geografischen Verteilung möglicherweise nicht als repräsentativ für die gesamte Region gelten. Im Gegensatz dazu erfassen regelmäßige Monitorings bestimmte Gebiete systematisch und stellen somit eine verlässlichere Grundlage für statistische Auswertungen dar.

Im Zeitraum von Juli bis Oktober 2023 wurde im Rahmen eines solchen regelmäßigen Monitorings eine standardisierte Erhebung durchgeführt: Fünf jeweils 10 km lange Straßenabschnitte in Niederösterreich wurden dreimal pro Woche mit dem Fahrrad kontrolliert. Dabei wurden für jeden Roadkill Fund unter anderem das Datum, die Uhrzeit, die Koordinaten, ein Foto, das Taxon, die Anzahl der Tiere sowie der eigene Fortbewegungsmodus dokumentiert. Zusätzlich wurde entlang aller fünf Straßenabschnitte eine Landschaftskartierung innerhalb eines 100-Meter-Puffers durchgeführt. Für die Analyse der umgebenden Landschaft wurde ein 100-Meter-Radius um jeden dokumentierten Roadkill verwendet. Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob die bislang durch Citizen Science gesammelten Meldungen hinsichtlich der landschaftlichen Umgebung von Roadkills zu vergleichbaren Ergebnissen führen wie die systematisch erhobenen Monitoring-Daten.

Die Rolle der DNA-Analyse bei der Identifizierung von Roadkills - Unterschiede zwischen zufällig und regelmäßig gesammelten Daten auf ausgewählten Strecken in Niederösterreich

Im Projekt Roadkill melden erfassen Citizen Scientists Daten zu überfahrenen Wirbeltieren auf Österreichs Straßen. Diese Roadkill-Daten sind besonders wertvoll, da offizielle Stellen meist nur Meldungen zu jagdwirtschaftlich relevanten Tierarten dokumentieren. Ein Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob sich Blutproben von der Straße in unmittelbarer Nähe zu den Roadkill-Funden für eine genetische Artbestimmung eignen – insbesondere bei schwer identifizierbaren, kleinen oder gefährdeten Tierarten.

Im Rahmen einer nicht-invasiven DNA-Probenahme wurden zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2023 auf fünf jeweils 10 km langen Strecken in Niederösterreich dreimal pro Woche Blutproben von frischem oder getrocknetem Blut in unmittelbarer Nähe zu überfahrenen Tieren gesammelt. Der Schwerpunkt lag auf Tierarten, die äußerlich schwer zu bestimmen sind oder besonderen Schutzstatus genießen. Die Analyse der Proben erfolgte im Labor des Naturhistorischen Museums Wien (NHM).

Bestandserhebung von seltenen / bedrohten / invasiven Wildtierarten mithilfe von Citizen Science am Beispiel des Feldhamsters in Niederösterreich

Hintergrund: Der Feldhamster ist in seinem gesamten Verbreitungsareal vom Aussterben bedroht. Ursache dafür sind unter anderem die moderne Landwirtschaft mit überwiegend in Monokultur bewirtschafteten Feldern. Zum Schutz und zur Erhaltung dieser Tierart sind diverse Maßnahmen, beziehungsweise eine Kombination verschiedener Maßnahmen wie das Anlegen von Feldrainen, dem Belassen von Feldfruchtstreifen auf den Feldern, dem Verzicht auf Gifteinsatz zur Feldmausbekämpfung oder der Regulation der Prädatoren vielversprechend. Um den Feldhamster schützen zu können, ist es jedoch unabdingbar den Aufenthaltsort der Tiere zu kennen.

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurde der Frage nachgegangen, ob eine Kartierung von Hamsterpopulationen auf Basis von Sichtungsmeldungen durch Laien auf Meldeplattformen, im Sinne von Citizen Science Projekten, effektiv ist.

Methode: Mit Hilfe eines eigens trainierten Feldhamsterspürhundes der Rasse Border Terrier wurden im Sommer 2023 in Niederösterreich 10 Gebiete mit einer Meldung aus den Citizen Science Projekten roadkill.at oder naturbeobachtung.at und weitere 10 Gebiete, in denen es keine derartige Meldung gab, aber in denen Feldhamstervorkommen aufgrund der Habitatbedingungen potentiell möglich wären, untersucht. In den Gebieten wurden alle öffentlich zugänglichen Straßen und Wege in einem Radius von 500 Metern um die Sichtungsstellen begangen. Dabei wurden bewohnte Hamsterbauten identifiziert und die Landnutzung der plots innerhalb des Radius dokumentiert.

Igel Roadkills in Österreich

Igel zählen zu den Tierarten die dem Straßenverkehr am häufigsten zum Opfer fallen (Rondini & Doncaster 2002). Bei Betrachtung der Daten der Roadkill App zeigt sich, dass Igel, mit einem Anteil von fast 20%, am häufigsten gemeldet werden.

Folgende Fragen sollen mit der Studie beantwortet werden: Wo in Österreich befinden sich Hotspots von Igel Roadkills? Wie sieht die Umgebung jener Straßenabschnitte aus bzw. welcher Landnutzungskategorie kann sie zugeordnet werden? In welchen Monaten kommt es zu Igel Roadkills? Entspricht dies der, in bestehender Literatur, beschriebenen Häufung von Igel Roadkills im Sommer und in besiedelten Gebieten? Welche Gegenmaßnahmen gibt es, die sich zur Reduktion von Igel Roadkills eignen könnten?

Montag, 17 März 2025 13:30

2025/01 App Update

Es gibt ein App Update!
Was ist neu?
* Die Liste der Kleinsäuger und der Amphibien wurde euren und den Wünschen der Moderator*innen angepasst
* Persönliche Statistiken: filtere deine eigenen Beobachtungen.
* Bug Fixes und Verbesserungen.

Montag, 10 März 2025 13:20

Ö1: Vom Leben der Natur

Diese Woche sind wir von Mo-Fr um jeweils 8:55 Uhr zu Gast bei der Ö1 Sendung "Vom Leben der Natur" und berichten darin vom Projekt Roadkill, den Anfängen, Mitmachmöglichkeiten und Hintergründen. Wir haben die Links zum Nachhören in unserem Blog gesammelt.

Montag, 03 März 2025 09:10

neue Kooperation: NÖ Umweltanwaltschaft

Wir freuen uns sehr, die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft als Partnerin im Projekt Roadkill gewonnen zu haben. Sie ist in der Lage, die von uns gesammelten Daten und Informationen als Partei in verschiedene Verwaltungsverfahren einzubringen und – darauf aufbauend – Schutzmaßnahmen einzufordern.

Montag, 03 März 2025 08:47

NÖ Umweltanwaltschaft

Die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft ist am Sitz der Niederösterreichischen Landesregierung in St. Pölten eingerichtet. Sie agiert auf Basis einer Verfassungsbestimmung weisungsfrei und überparteilich. Neben dem Vorantreiben strategisch bedeutsamer Projekte auf dem Feld der Ökologie in Niederösterreich ist sie etwa dazu ermächtigt, die Interessen des Umweltschutzes in Verwaltungsverfahren zu vertreten. Sie nimmt dabei Rechte wahr, die ihr durch Landesgesetze (etwa NÖ Naturschutzgesetz) oder Bundesgesetze (etwa UVP-Gesetz) übertragen worden sind.

Wir freuen uns sehr, die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft als Partnerin im Projekt Roadkill gewonnen zu haben. Sie ist in der Lage, die von uns gesammelten Daten und Informationen als Partei in verschiedene Verwaltungsverfahren (etwa Naturschutzverfahren oder Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren) einzubringen und – darauf aufbauend – Schutzmaßnahmen einzufordern. Gleichzeitig ist sie für uns gleichsam die Nahtstelle zu den Amtssachverständigen für Naturschutz und zur Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich. Somit erlangen unsere Aktivitäten und Daten wichtige Bedeutung für die naturschutzfachliche Praxis.

Naturschutz ist Menschenschutz. Die Umweltanwaltschaften Österreichs schützen unser aller Lebensgrundlagen – für uns und die nächsten Generationen. Ihre Tätigkeit ist wichtiger denn je.

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Hier gibt es zusätzlich eine Anleitung für die Roadkill App als PDF Download, in der du eine Übersicht über die wichtigsten Features findest:

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Short News

  • Es gibt ein App Update!
    Was ist neu?
    * Die Liste der Kleinsäuger und der Amphibien wurde euren und den Wünschen der Moderator*innen angepasst
    * Persönliche Statistiken: filtere deine eigenen Beobachtungen.
    * Bug Fixes und Verbesserungen.

    17/03/2025 - 13:30
  • Diese Woche sind wir von Mo-Fr um jeweils 8:55 Uhr zu Gast bei der Ö1 Sendung "Vom Leben der Natur" und berichten darin vom Projekt Roadkill, den Anfängen, Mitmachmöglichkeiten und Hintergründen. Wir haben die Links zum Nachhören in unserem Blog gesammelt.

    10/03/2025 - 13:20
  • Wir freuen uns sehr, die Niederösterreichische Umweltanwaltschaft als Partnerin im Projekt Roadkill gewonnen zu haben. Sie ist in der Lage, die von uns gesammelten Daten und Informationen als Partei in verschiedene Verwaltungsverfahren einzubringen und – darauf aufbauend – Schutzmaßnahmen einzufordern.

    03/03/2025 - 09:10