Teamblog

Im Team Blog stellen TeilnehmerInnen sich und Ihre Erfahrungen im Projekt vor.

Leise rollt mein Rad über den glatten Asphalt. Meine Kette schnarrt, der Lenker knarzt. Mein Blut pocht hinter der Schläfe, der Schweiß rinnt von der Stirn und mit dem Stampfen der Beine drehen sich die Pedalen.
Mein Blick gleitet irr über die graue Fläche, der Atemrhythmus passt sich der Steigung des Weges an.
 
Vor 10 Jahren habe ich so begonnen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren - 15 km, 300 Höhenmeter. Nachdem mein Körper an die Belastung gewöhnt war, wurde mein Blick offener für meine Umgebung - ich bemerkte erstmal was "da draußen" eigentlich alles rumlag. Weggeworfene Einweg-Pfand-Flaschen, die eingesammelt immerhin 25 ct das Stück brächten - und viele tote Tiere. Wie achtlos meine Mitmenschen mit ihrer Umwelt doch umgehen, dachte ich. Und versuchte
 
Dass tote Tiere zu fotografieren hier in Deutschland ein Tabu ist, und überhaupt die Aufmerksamkeit darauf zu legen verpönt - merkte ich erst, als ich es tat. Daraus resultiert für mich Distanz einzuhalten - keine effekthaschende Inszenierung, kein Spiel mit dem Licht, sondern dokumentarisch, der Blick grade von oben, die Bildebene dem Untergrund gleich. Dass ich ein Maßband als Größenreferenz danebenlege, unterstreicht mein Bemühen, mich möglichst sachlich mit diesem Thema befassen.
Denn als ich begann für diese Plattform zu sammeln, habe ich direkt zwei Hypothesen vorgelegt, die ihrer Falsifizierung harren:
 
1.) es werden immer weniger Tiere überfahren
2.) die Individuen, die es erwischt, werden immer kleiner
 
Um hier eine möglichst saubere Datenlage zu erhalten, beschränke ich mich bei der Dokumentation fast nur auf meinen werktäglichen Weg zur Arbeit. Ich nehme an (noch 'ne Hypothese), dass ein gleichbleibender Anteil von Tieren der jeweiligen Population überfahren wird, und somit durch das Sammeln von Roadkill Rückschlüsse sowohl Menge als auch Arten"vielfalt" gezogen werden können.
 
Hätte ich keinen Steinbruch in Wohnortnähe, hätte ich hier in einer deutschen Großstadt ohne großes Gewässer in der Nähe kaum noch etwas zu dokumentieren - erst Recht nicht nach dem Fortbleiben der Amseln.
 

Eine Auswahl der Einträge:

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Mein Name ist Nikolaus (Niki) Filek, ich bin Biologe, genauer gesagt Zoologe. 

Die letzten 8 Jahre meines Lebens habe ich im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel, einerseits als Exkursionsleiter, andererseits als Projektangestellter verbracht.

Nun werde ich einen neuen Weg einschlagen, doch möchte ich gerne noch einmal rückblickend sinnieren, denn die Natur im Nordburgenland wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. 

Es gab erfreuliche und weniger erfreuliche Momente, speziell in Sachen Naturschutz und wie dieser (nicht) angewandt wird. Selbst einem Nationalpark stehen in dieser so wichtigen Angelegenheit oft keine Mittel zur Verfügung und so musste ich schnell erkennen, dass mein eigenes Engagement gefragt ist.IMG 7792

Was konnte also getan werden? Viele Tage in der Woche pendelte ich mit dieser Frage auf der Zunge zwischen Wohnungstür und Arbeitsplatz. Jede Fahrt musste ich trauriger Zeuge unzähliger Todesfälle sein und ich konnte es kaum glauben, aber Feldhasen, Igel, Hamster, Ziesel, Marder, Rehe, unzählige Amphibien & Reptilien und verschiedene Vogelarten habe ich mittlerweile auf meiner langen ’Tier-Parte’ stehen, noch ganz zu schweigen von den x-tausend Insekten, die ich durch mein Autofahren selbst auf dem Gewissen habe.

Ich wollte den Tieren etwas zurückgeben und kam so auf die App ‚Roadkill‘ zurück, von der ich bereits in meiner Universitätslaufbahn Wind bekommen habe. Mein Bestreben galt darin, die täglichen (oder besser nächtlichen) Todesopfer auf der L205 aufzuzeigen!

Der einfache Gedanke war, dass bei mindestens einem Todesopfer pro Tag sich doch eindeutig etwas ändern muss! 

Schließlich wurde nach dem tödlichen Unfall zweier menschlicher Verkehrsteilnehmer in kürzester Zeit eine Tempo70 Zone auf der Landstraße erlassen. Die mehr als 250 tödlichen, von mir gemeldetet Unfälle tierischen Ursprung blieben bisher leider ohne Folgen oder Konsequen, doch genau das würde ich mir von dem Projekt erwarten. 

Es muss damit möglich sein Tempolimits an gewissen Streckenabschnitte zu installieren! 

Ich selbst bin kein besonders langsamer Autofahrer, doch in unserer gehetzten und hastigen Zeit, wäre es vielleicht gar nicht verkehrt, ein wenig Tempo aus unseren Segeln bzw. Autos zu nehmen und anstelle des Bestrebens immer schneller, größer und besser zu sein ein wenig bedachter und behutsamer mit uns und unserer Umwelt umzugehen.

Es wäre mir wichtig, wenn sich durch das beherzte Miteinander unterschiedlichster Akteure mittels dieser tollen App auch Sachverhalte ändern! Die Daten sollen, ja müssen sogar dazu beitragen, dass der Verkehr angepasst wird. 

Wir Menschen dürfen uns nie über den Hasen, den Frosch oder den Schmetterling stellen, die wir überfahren…einfach überfahren und tot zurück lassen...

Ich denke das Projekt ‚Roadkill‘ ist mit all seinen leidenschaftlichen Mitgliedern auf einem sehr guten Weg hier etwas zu ändern, die Welt ein klein wenig besser zu machen.
 
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Mein Name ist Daniela Loidl, ich bin 42 Jahre alt. Ich arbeite für eine Filmproduktionsfirma die Naturfilme und Dokumentationen produziert, bin darüber hinaus aber seit frühester Kindheit von der Natur und ihren Geschöpfen fasziniert. Seit mehr als 16 Jahren wohne ich im Weinviertel, fahre als Pendlerin zwischen meinem Wohnort und dem Wiener Büro viele Kilometer im Jahr und sehe nahezu täglich die verschiedensten tierischen Straßenverkehrs-Opfer. Auch in dem Ort in dem ich wohne vergeht kaum eine Woche wo nicht ein Tier unter die Räder kommt. Auch einige ‚meiner’ Igel waren darunter – Pflegefälle, die ich mühevoll gesundgepflegt, aufgepäppelt und überwintert habe...DLoidl

Geschätzt waren es immer viele Opfer, ich wollte aber genauere Zahlen wissen. So fand ich Projekt Roadkill. Hier werden die Zahlen sichtbar. Umso erschreckender ist die Erkenntnis, wie viele Opfer es tatsächlich sind. Ich ‚sammle’ erst seit knapp einem Monat und habe bereits über 50 Einträge...traurige Fakten. Aber zumindest sind die Tierchen nicht gänzlich anonym gestorben.

Abgesehen von meinem eigenen Interesse sind die gesammelten Daten für eine wissenschaftliche Auswertung von großem Nutzen. Mithilfe dieser Daten lassen sich Schlüsse ziehen, die helfen können, mit geeigneten Maßnahmen die Opferzahlen in Zukunft zu reduzieren...was hoffentlich auch geschehen wird!

Es wäre sicher schön und nützlich, wenn sich noch viel mehr Menschen am Projekt Roadkill beteiligen würden, um eine flächendeckende Karte erstellen zu können.

Die Roadkill App funktioniert an sich sehr benutzerfreundlich, lediglich das Positionierungssystem mit GPS setzt die Punkte nicht immer präzise – sobald aber ‚speichern’ gedrückt wurde, lässt sich die Position nicht mehr korrigieren – vielleicht lässt sich daran noch etwas ändern?

Das Thema Roadkill könnte noch wesentlich intensiver in den Medien vertreten sein; oder vielleicht bereits im Rahmen von Schulprojekten an die junge Generation herangetragen werden. Es braucht hier Bewusstseinsbildung – viele Straßenverkehrsteilnehmer gehören daran erinnert, vorsichtiger, aufmerksamer, rücksichtsvoller und vor allem, etwas l a n g s a m e r zu fahren, dann gäbe es wohl einige Opfer weniger (und damit meine ich nicht nur die Tiere...).

Ansonsten:

ICH MAG TIERE – Lebend sind sie viel netter als tot!

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Ich bin Harry, (Harald MARK), Tiroler, wohne in Nenzing (Vorarlberg), bin 46 Jahre, verheiratet und habe zwei Söhne. Seit meiner Kindheit bin ich sehr mit der Natur verwurzelt und daher auch schon lange Umweltaktivist (rein ehrenamtlich). Wir haben in unserem Ort eine kleine Arbeitsgruppe gegründet, rund um die Themen Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ethik. Für diese Gruppe mache ich die Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung. Dazu organisiere ich mit einer Handvoll großartiger Gleichgesinnter Vorträge, Filmabende, Schulbesuche, Workshops, Kurse und betreiben eine Nahversorgerliste. Außerdem habe ich im Jahr 2014 ein Reparaturcafe in meiner Heimatgemeinde Nenzing gegründet, welches ich mit einem großartig motivierten und ebenfalls ehrenamtlich tätigen Team recht erfolgreich betreibe.

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Wie ich auf das Projekt Roadkill aufmerksam wurde weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube durch einen Newsletter (Naturschutzbund, naturbeobachtung.at, Global2000, Greenpeace, WWF, blühendes Österreich,....???). Auf jeden Fall ist es mir wichtig mitzuhelfen aufzuzeigen wie unglaublich viele Tiere durch den Straßenverkehr sinnlos zu Tode kommen. Und da ich sehr viel zu Fuß oder mit dem Rad in der Natur unterwegs bin kann ich hier gut meinen Beitrag leisten.

Ich hoffe, dass durch die Daten auch Maßnahmen gesetzt werden, z.B. Geschwindigkeitsbeschränkungen, Wildbrücken, Froschzäune oder Ähnliches. Durch gute und viele Daten können diese „Problemzonen“, bei denen Maßnahmen nötig und sinnvoll sind, eruiert werden.

Ich finde das Projekt ist auf gutem Wege. Weitere Teilnehmer sollten über möglichst viele Kanäle zum Mitmachen angeregt werden. Und immer wieder, regelmäßig, sollten Berichte in Radio, TV und Printmedien über die gewaltige Zahl überfahrener Tiere veröffentlicht werden. Autofahrer und Politiker sollten zur Verantwortung und mehr Rücksichtnahme gebeten werden.

Wichtig ist, dass die Seite bedienerfreundlich gestaltet ist und gut funktioniert, was eh meist der Fall ist. Daher keine großen Wünsche meinerseits.

 

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Mein Name ist Werner Reitmeier und ich bin eigentlich seit Beginn des Projekts mit an Bord. Meinen ersten Eintrag habe ich im März 2014 gemacht, bin seit dem ständig aktiv und habe bisher über 180 Spots eingetragen.
Ich bin seinerzeit von einem Bekannten auf das Projekt aufmerksam gemacht worden und da ich beinahe jeden Tag die selbe Strecke fahre und dabei immer wieder überfahrene Tiere sehe, lag es nahe bei diesem Projekt mitzumachen. Auch abseits des Projekts befasse ich mich gerne mit der Natur und ihren Lebewesen. Mein Interesse gilt hier den Orthopteren, den Makrolepidopteren, der Ornithologie und der Botanik. Der Schwerpunkt meiner faunistischen Tätigkeiten liegt in der Mitarbeit am Orthopterenatlas Ostösterreichs und bei den Geotagen der Artenvielfalt sowie kontinuierliche Erfassung der Lokalfauna von Gablitz (Wienerwald).

Durch meine hohe Aktivität im Projekt helfe ich auch immer gerne mit die Apps zu verbessern, indem ich Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten melde. Es freut mich, dass auch diese Meldungen wohlwollend aufgenommen werden und je nach Möglichkeit auch umgesetzt werden.

 

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Alex Hanke wohnt in Kanada und trägt seit einigen Monaten Roadkills in unsere Datenbank ein.

I am a fisheries scientist and consequently I use data on a daily basis to understand and hopefully increase the abundance of the wild fish populations I help manage. I love the outdoors and nature  and I am concerned by the impact man has on wildlife. It has occurred to me on my commute to work that there are a lot of animals killed each year by cars and trucks and that I should start keeping track to see what the impact is and if there are any patterns in the mortality. Project roadkill provided me with a straightforward tool for tracking roadkills and for contributing to the science that may help reduce the unnecessary roadside mortality. The tool could be improved by including wildlife native to my area and by allowing the user to download the submitted data to a file. Because I do not log the roadkill while I am driving, it would be helpful to be able to enter the coordinates manually later. The app should also make note of any local conditions that affect the observed mortality rate like the posted speed limit, roadkill cleanup or deer fencing. I hope the project continues well into the future and that more people support it!

Übersetzung:

Ich bin ein Fischereiwissenschaftler und folglich verwende ich Daten in meinem Alltag um die Wildfischpopulationen, die ich helfe zu verwalten, zu verstehen und hoffentlich auch zu erhöhen. Ich liebe die Natur und bin besorgt über den Einfluss des Menschen auf die Tierwelt. Auf meinem Weg zur Arbeit ist mir aufgefallen, dass eine große Anzahl an Tieren jedes Jahr von Autos und Lastwagen getötet wird und dass ich anfangen sollte Aufzeichnungen zu machen, um zu sehen, welche Ausmaße vorhanden sind und ob irgendwelche Muster in der Sterblichkeit zu sehen sind. Projekt Roadkill liefert mir ein einfaches Werkzeug um Roadkills aufzuzeichnen und um einen Beitrag zur Wissenschaft leisten zu können, welche das unnötige Sterben am Straßenrand zu verringern versucht. Das Werkzeug könnte verbessert werden, indem Wildtiere, welche in meinem Bereich heimisch sind inkludiert werden und eine Funktion programmiert wird, die es dem Benutzer erlaubt, die eigenen Daten auch zu downloaden. Weil ich nicht Roadkills melden kann, während ich fahre, wäre es hilfreich, dass man die Koordinaten später manuell eingeben könnte. Die App sollte auch die örtlichen Gegebenheiten (z.B. Geschwindigkeitsbegrenzung, das Wegräumen von Roadkills oder Wildzäune) aufzeichnen, welche die Roadkillrate beeinflussen können. Ich hoffe, dass das Projekt auch in Zukunft fortgesetzt wird und dass es mehr Menschen unterstützen!

 

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Meine Name ist Claus Schindler und ich bin 52 Jahre alt, vom Beruf Fotograf in Zwettl. Als freiwilliger Rot Kreuz Mitarbeiter war ich 2015 sehr oft mit einem Dialysepatienten von Zwettl nach Horn unterwegs. Das ist die Strecke durch den Truppenübungsplatz Allentsteig, dort gab es beinahe jedes Mal einen Roadkill zu fotografieren.

Wie bin ich zum Projekt Roadkill gekommen?
Ich glaub eine Sendung auf Ö1 über einen Briten der Roadkills verspeist, hat mich zur Internetsuche veranlasst.

Welche Erfahrungen habe ich bisher mit dem Projekt gemacht?
Ich find das Projekt wichtig, weil man damit vielleicht Unfälle vermeiden kann. Negativ war zu Beginn, die Wartezeit bis der Roadkill in der Karte zu finden war, dies wurde jedoch verbessert.

Was motiviert mich bei diesem Projekt dabei zu sein?
Neben der fotografischen Aufgabe, die Möglichkeit niederschwellig an einem wissenschaftlichen Projekt teilnehmen zu können.

Ein paar meiner Einträge

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