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Maria Peer

Titel: Pflanzenphänologische Ereignisse als Indikator für den Beginn der Wanderung dreier mitteleuropäischer Amphibienarten

Zusammenfassung der Arbeit:

Amphibien gehören zu den am meisten gefährdeten Wirbeltieren. Einer der Gründe für den Populationsrückgang ist die Fragmentierung der Lebensräume durch Landnutzung und Straßen, die die saisonale Wanderung von Amphibien zwischen deren Lebensräumen einschränkt. Amphibienwanderungen im Frühling werden durch meteorologische Faktoren wie Temperatur beeinflusst, dasselbe gilt in ähnlicher Weise für die Pflanzenphänologie. Da die klimatischen Bedingungen zwischen den Jahren schwanken, finden phänologische Ereignisse wie die Amphibienwanderung zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt.

Ziel dieser Arbeit war es, einen möglichen Zusammenhang zwischen den phänologischen Phasen ausgewählter Pflanzenarten und dem Beginn der Amphibienwanderung zu finden, da mögliche Assoziationen eine Vorhersage der Amphibienwanderung durch phänologische Ereignisse erlauben würde. In dieser Masterarbeit werden Amphibienwanderung und phänologische Pflanzenphasen auf der Basis von Daten, die in Österreich zwischen 2008 und 2018 aufgezeichnet wurden, verglichen. Es wurden drei Amphibienarten (Bufo bufo, Rana temporaria, R. dalmatina), fünf Baumarten (Aesculus hippocastanum, Betula pendula, Larix decidua, Prunus armeniaca, Salix caprea), eine Strauchart (Corylus avellana) und ein Kraut (Galanthus nivalis) untersucht. Es wurde ein Datensatz von Amphibiensichtungen verwendet, der aus der Herpetofaunistischen Datenbank des Naturhistorischen Museums Wien und aus den zwei Citizen Science Projekten naturbeobachtung.at (Naturschutzbund Österreich) und Projekt Roadkill stammt; pflanzenphänologische Daten wurden aus der Citizen Science Datenbank PhenoWatch bezogen. Die Datensätze wurden verglichen und mit Hilfe linearer Regressionsmodellierung analysiert.

Die Ergebnisse zeigten starke Ähnlichkeiten zwischen der Phänologie einiger Pflanzenarten (Larix decidua, Salix caprea, Prunus armeniaca) und dem Beginn der Wanderung von Rana temporaria. Die Blüten von Prunus armeniaca und Salix caprea waren als Indikator für den Beginn der Wanderung der Amphibien besonders geeignet. Diese Ergebnisse könnten Personen, die Amphibienschutzmaßnahmen durchführen, die Möglichkeit bieten, auf einfache Weise lokale Vorhersagen über den Beginn der Amphibienwanderung zu treffen.

Ein Beispiel: Eine Person hat die Blüte der Salweide in ihrem Garten oder auf ihrem Weg zur Arbeit am 2. März bemerkt und möchte nun die Amphibienwanderung des Grasfroschs vorhersagen. Mit Hilfe eines Entscheidungsbaums und der grafischen Darstellung der Modelle könnte die Person grafisch oder mit einem einfachen Rechenschritt herausfinden, dass die Amphibienwanderung laut Modell etwa 20 Tage später, auf den 22. März geschätzt wird. Die Vorhersage durch die Blüte der Marille erfolgt noch einfacher – die Ergebnisse zeigen, dass die Wanderung des Grasfroschs etwa zur gleichen Zeit, meist ein paar Tage später, stattfindet.