AnimalProtect - roadkill.at

AnimalProtect

CC0 | pixabay (https://bit.ly/2L2QlWL)

Das Team des Projekt Roadkill arbeitet seit September 2018 gemeinsam mit der TU Graz, BirdLife Österreich, dem Naturhistorischen Museum Wien und der Firma pentamap mapping services an einem Projekt mit der Kurzbezeichnung "AnimalProtect", welches durch die FFG im Rahmen des Austrian Space Application Programms gefördert wurde.

Zusammenfassung des Projektvorhabens:

Verkehrsunfälle mit Wildtieren stellen sowohl durch das steigende Verkehrsaufkommen als auch durch veränderte Lebensräume für die Tiere in Europa ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Allein im Oktober und November 2017 kam es zu mehreren teils folgenschweren Unfällen mit Wildtieren in Österreich, die auch Menschenleben forderten. Allein bei jagdbarem Wild wurden in Österreich in der Saison 2015/16 mehr als 77.000 überfahrene Tiere gezählt. Dabei wurden 304 Personen verletzt, 1 davon verstarb an den Folgen des Unfalls. In den USA kommt es jährlich zu bis zu 1.6 Millionen Unfällen mit jagdbarem Wild mit bis zu 200 Toten und mehreren Tausend Verletzten. Der dadurch entstandene Gesamtschaden wird mit 4,6 Milliarden US$ beziffert. AnimalProtect hat aber nicht nur folgenschwere Unfälle für Menschen zum Ziel, sondern behandelt auch die ökologischen Auswirkungen, die durch das Überfahren von Vögeln oder Amphibien entsteht.

Bisher gibt es europaweit nur wenige systematische Untersuchungen zu den Ursachen von Wildunfällen bzw. möglichen Einflussfaktoren, die zu einem vermehrten Auftreten von Unfällen mit überfahrenen Tieren führen. Diese Lücke soll im Projekt AnimalProtect geschlossen werden. Ziel ist die flächendeckende Ableitung von Gefährdungszonen in der Umgebung von Straßen, um Wildunfälle und damit einhergehende Schäden für Menschen und Tiere mit der Hilfe von Fernerkundungsdaten, Geodaten, Expertenwissen und Ergebnissen aus vorherigen Untersuchungen zu vermeiden. Dafür müssen mögliche Einflussfaktoren (Landbedeckung, Gelände, jahreszeitliche Einflüsse, Umweltfaktoren, sozial-ökologische Faktoren, etc.) auf das Verhalten von verschiedenen Wildtierarten definiert werden, um diese anschließend auf potentielle Datenbestände (Copernicus Programm, Open Street Map etc.) zu übertragen. Aus dieser wissensbasierten Vorgangsweise sollen schließlich Gefährdungsbereiche für Autofahrerinnen und Autorfahrer bzw. verschiedene Tierarten abgeleitet werden. Die Validierung der detektierten Wirkungsbereiche soll mit vorliegenden Unfalldaten erfolgen. Dafür müssen Schnittstellen zu bestehenden Datenbeständen von Wildunfällen geschaffen und die Daten homogenisiert werden.

Die aus der Fernerkundung und Geoinformation abgeleiteten Gefährdungszonen sollen in Form eines cloud-basierten Services angeboten werden, welches das Unfallrisiko in einem bestimmten Straßenabschnitt, z.B. von 1 (= wenig Unfallgefahr) bis 5 (= große Unfallgefahr), liefert. Verschiedene Anwenderinnen und Anwender (Autofahrerinnen und Autofahrer, Versicherungen, Navigationsdienste, öffentliche Stellen etc.) sollen daraus entsprechende Schlüsse ziehen können (z.B. bereits bei der Planung einer Straße). Die Anwendung des Services soll im Rahmen des Projekts auch in einem Prototypen gezeigt werden, der je nach Position der Nutzerin bzw. des Nutzers die entsprechende Gefährdung anzeigt, sowie die Routenführung durch Gebiete mit möglichst niedriger Unfallgefahr ermöglicht.